Archive for the ‘Werbung’ Category

Das Bild der Schweiz

9. Oktober 2007

A propos Basel:

Jubel am Rheinknie, wildfremde Menschen fallen sich in die Arme. Was ist geschehen? Endlich, endlich muss sich die Stadt nicht mehr über die „Schande von Basel“ („Blick“, 14. Mai 2006) schämen. Denn glücklicherweise hat sich die Hauptstadt anerboten, Basel mit der „Schande von Bern“ („Blick“, 8. Oktober 2007) abzulösen.

Die Rest-Schweiz jedoch sorgt sich nach den Krawallen von Bern um die politische Kultur unserer Willens-Nation. Zum Beispiel Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, die sich doch eigentlich freuen müsste, wenn es die Schweiz auf die Seite 1 der Montags-Ausgabe der „New York Times“ schafft. Weil aber Rechtsextremismus und linke Randale irgendwie dem Image doch nicht förderlich sind, sorgt sich Calmy-Rey nun „um das Bild der Schweiz im Ausland“.

Und da, liebe Frau Calmy, sind Sie nicht alleine! Nur mal abgesehen davon, dass sich niemand über Polit-Prügeleien im Stile der 1930er Jahre wundern darf, der die politische Diskussion mit Plakaten im Stile der 1930er Jahre anheizt:

Jude SVP_böser_Bube
Russisches_Schaaf SVP-Schaafe

Aber viel Schlimmeres für das Bild der Schweiz im Ausland hat das grässlichste, leider scheinbar aber auch unvermeidlichste Schweizer Ehepaar bei „Wetten dass…“ angerichtet. Was da Paola Felix anhatte, spottet jeder Beschreibung, ich werde es dennoch versuchen: Das Ensemble sah aus, wie ein Badekleid, über das sie eine Häkeldecke geworfen hatte. Oder in den Worten Thomas Gottschalks: „Ich glaube, das darf man selbst in der Schweiz sexy nennen.“ Wobei – NEIN, darf man nicht, „völlig daneben“ wäre die richtige Umschreibung gewesen. Als dann das Fleisch gewordene Schweizer-Klischee Kurt Felix auch noch das an Peinlichkeit kaum zu überbietende Wortspiel „Paolàlà!“ loswerden durfte, musste ich mich derart fremdschämen, dass ich den Sender gewechselt habe.

DAS müsste Micheline Calmy-Rey mal in ihrer Funktion als Aussenministerin unterbinden. Tut sie aber nicht.

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Basel schreibt (VII)

1. Oktober 2007

A propos Basel:

„Turbosaugkraft durch fühlbar softes 3D-Innenvlies.“

Ein Satz, wie ein Monument. Steht da einfach auf einer Windelpackung der Migros (Milette Premium, Maxi+). Und sollte meiner Meinung nach für den Grimme-Preis nominiert werden – mindestens!

Lassen wir uns die Bestandteile auf dem Trommelfell zergehen:

– Turbosaugkraft. Nun, da bringt der Texter gleich Schwung in die Sache, ohne dass er gleich sein ganzes Pulver verschiesst.

– fühlbar soft. Jetzt ist er in seinem Element. Weich ist die Windel also, und dann kann man das auch noch fühlen! Ganz im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten, die zwar weich sind – aber eben nicht fühlbar …

– 3D-Innenvlies. Ja, da kommen mir die Tränen. Selten wurde eine Worthülse so hemmungslos verwendet, da zeigt sich der grosse Künstler.

Gerne hätte ich allerdings noch das zweidimensionale Innenvlies gesehen. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Basel schreibt (VI)

3. September 2007

A propos Basel:

Gestern im absolut hammermässigen Aktions-Angebot folgendes:

ripstomate

Andererseits: Wenn es beim Schlucken immer so unangenehm im Hals ripst, ist es auch kein Wunder, wenn diese Paradeiser so billig wie nur irgendwie möglich den Besitzer wechseln müssen.

Novembertag

21. August 2007

A propos Basel:

Jetzt, da die Tage kürzer werden und es definitiv Herbst zu werden beginnt, ist ja die Zeit, in der man besinnlich wird. Man zieht sich zurück in die heimische Stube, kocht Teewasser auf, zündet eine Kerze an, nimmt ein schönes Buch vor – und kann sich auch wieder mal um seinen Blog kümmern…

Stimmt doch, werter Herr Razinger!? Äh, Herr Razinger???

Ach so, nicht da… Ja gut, also, wo war ich stehen geblieben. Jedenfalls, ich weiss jetzt nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich dann mal so Zeit habe, weil es draussen, dann blättre ich auch ganz gerne mal im Wirtschaftsteil der Zeitung. Und da durfte ich in der jüngeren Zeit feststellen, dass ich in einer globalisierten Welt lebe. Da verhageln mir doch irgendwelche Amerikaner, die sich Häuser kaufen ohne Ende, obwohl sie sich das nicht leisten können, die Performance meines – zugegeben – bescheidenen Portefeuilles. Und zwar kräftig! Dabei bin ich gar nicht in Amerika investiert!? Und da frag ich mich: Was kann ich denn dafür, wenn sich irgendwelche Ami-Banker sagen: „Risikokontrolle? Komm, wird schon klappen, hauptsache, wir können heute hier noch einen auf grosser Reibach machen und so…“

Und ich weiss natürlich, dass diese Frage naiv ist. Grössere wirtschaftliche Zusammenhänge, alles eine Frage der Gesamtperspektive und so. Und weil das so ist, erfreue ich mich an folgendem Film. Weil ich denke, dass in diesem Film ein sehr gesunder und unverkrampfter Umgang mit dem Performancegedanken aufgezeigt wird, den ich im nächsten Gespräch mit meinem Chef gerne aufnehmen möchte:

Ps. Ich gebe zu, dass ich in Bezug auf das Wetter Käpt’n Tino und seinem Kulturfloss unrecht getan habe: Da waren dieses Jahr mindestens vier Tage dabei, in denen es über 20° war…

Schöner Einkaufen

10. August 2007

A propos Basel:

Gerade erhalte ich von einem echten Freund folgenden Filmlink zugeschickt.

Ein nettes Kind – und ein netter Freund!!!

In diesem Sinne wünsche ich allen Vätern und natürlich auch Müttern: Viel Spass beim nächsten Einkauf in der vollbesetzten Migros. Und: Das Video soll Euch daran erinnern, dass alles auch viel schlimmer hätte kommen können…

Razinger motzt (I.a)

17. Juli 2007

A propos Basel:

Der exklusive Kreis unserer regelmässigen Leser (und ich meine nicht jene, die nach „Prinz Harry“ oder „Pornografie“ fahnden) wird sich erinnern: Vor einiger Zeit habe ich eine nervende Anfrage bei der Swisscom gestartet.

Leider wurde meine eigentliche Frage nicht beantwortet, darum hat der Razinger extra für euch nachgehakt:

Sehr geehrte Swisscom

Vielen Dank für Ihre Antwort und dafür, dass Sie meinem Schreiben entnommen haben, dass ich von Ihrer Firma keine Werbung mehr erhalten möchte.

Leider haben Sie meinen „Ausführungen“ jedoch nicht entnommen, dass ich gerne wissen möchte, ob tatsächlich Monat für Monat Zehntausende zurück zur Swisscom wechseln, wie dies in der Werbung Ihrer Firma ausdrücklich geschrieben wird.

Ich harre Ihrer Antwort auf diese Frage und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Ihr Razinger

DIE ANTWORT:

Der Sachbearbeiter hat tatsächlich zurückgeschrieben, ohne sich anmerken zu lassen, ob er genervt ist oder nicht. Leider kann er mir aber nicht sagen, ob die Werbung den Tatsachen entspricht „da meine Aussagen rein spekulativ wären“. Er hofft, dass ich die Antwort akzeptiere und entlässt mich mit den Worten: „Ob Sie dem Geschriebenen Glauben schenken oder nicht, das liegt an Ihnen.“

Ja gut, da sag‘ ich einfach mal: Nein, das glaube ich nicht.

Razinger motzt (I)

9. Juli 2007

A propos Basel:

Wer (wie ich etwa) in einem Betrieb arbeitet, der davon abhängig ist, dass sein Produkt gekauft wird, der weiss eines mit Bestimmtheit: Es gibt nichts nervigeres als jenen Kunden, die sich mit dem Produkt tatsächlich auseinandersetzt. Denn dann kann es sein, dass er sich dazu versteigt, den Hersteller des Produkts mit Feedback zu belästigen.

Weil ich selbst fast täglich Anschauungsunterricht erhalte, habe ich mich entschlossen, nun selbst Firmen meine persönliche Meinung aufzudrängen, die sich dafür durch herausragende Verdienste qualifiziert haben. Dabei interessiert natürlich in erster Linie, wie die Firmen auf die mühsame Zusatzarbeit reagieren; ob sie also über eine gute PR-Abteilung verfügen – oder zumindest eine gute PR-Agentur in der Hinterhand haben.

Vielleicht kann sich der Herr Luxinger ja aus seiner eigenen Arbeit ein paar Tipps für die involvierten Firmen abringen.

Die Antworten werden von mir übrigens zusammengefasst, da es nicht zulässig ist, die Antworten 1:1 ins Netz zu stellen, wenn das der Firma nicht zuvor mitgeteilt worden ist.

Aber genug des Vorspanns.

Zum Beginn hat es mir die sympathische Firma Swisscom angetan, die mir in einer Werbezuschrift mitteilt, dass „Monat für Monat Zehntausende zurück zur Swisscom wechseln“. Und das wäre ja wirklich eine bemerkenswerte Zahl, so sie denn stimmen würde. Mir auf jeden Fall scheint sie ein bisschen hoch gegriffen. Aber fragen wir doch einfach die Swisscom selbst:

MEINE ANFRAGE:

Liebe Swisscom

Ich möchte mich recht herzlich dafür bedanken, dass ich alle zwei Monate von Ihrer Firma nicht nur eine Rechnung von etwas mehr als 50 Franken erhalte, die ich allein für die Tatsache, dass ich über einen Festnetzanschluss verfüge, bezahle, ja eigentlich bezahlen darf. Nein, Sie schicken mir mit der Rechnung auch immer und immer wieder Werbung, die mir die vielen Vorteile Ihrer Firma näherbringt, von denen ich eigentlich gar nichts wissen will.

Jetzt ist mir aber in Ihrer letzten Sendung eine Formulierung förmlich ins Auge gesprungen. „Monatlich wechseln Zehntausende zurück zur Swisscom“, schreiben Sie da.

Und jetzt mal ehrlich: In der Schweiz gab es laut eidgenössischer Volkszählung im Jahr 2000 3,12 Millionen Haushalte. Und von denen wechseln „zehntausende“ zurück zu Ihnen? Da haben Sie aber schon ein bisschen in die Vollen gegriffen, die Zahl ein wenig nach oben geschraubt, einfach nur ganz minim geflunkert, oder?

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Razinger

DIE ANTWORT:
Innerhalb eine Woche schreibt mir die Swisscom zurück und stellt fest, dass ich von ihr wohl in Zukunft keine Werbung mehr erhalten möchte. Deshalb will sie mir per Post ein Formular zustellen, auf dem ich bestätigen soll, dass ich tatsächlich keine Werbung mehr will. Warum das nicht auch online gehen soll, ist mir ein Rätsel.

Aber viel wichtiger: Meine eigentliche Frage wird nicht beantwortet. Sind es wirklich Zehntausende, die reumütig zurückkehren?

Da werden wir wohl nochmals nachfragen müssen.

Basel schreibt (V)

9. Juli 2007

A propos Basel:

Coop ist ja der allseits beliebte, kleine Detaillhändler aus Basel. Darum darf folgendes Zitat auch in dieser Rubrik erscheinen:

„100 % wilder Arabica-Kaffee aus Äthiopien
Dieser Kaffee aus 100 % wilden Arabica-Bohnen, zeichnet sich durch seinen charakteristischen Geschmack aus. Geerntet wird er von wild wachsenden Kaffeesträuchern im Bergregenwald von Bonga im Südwesten Äthiopiens.“

Und da hätte ich wirklich gerne das Bild bestellt: Kaffeesträucher, die sich selber abernten – das ist doch mal eine gentechnisch gelungene Variante.

100 Dollar für ewigen Ruhm

28. Juni 2007

A propos Basel:

Nachdem mein geschätzter Kollege Luxinger sich standhaft weigert, weiter auf irgendwelche Ausländergruppen einzuschlagen, sind (wie zu erwarten) die Besucherzahlen auf unserer liebevoll gehegten und gepflegten Seite eingebrochen.

Das muss aber nicht sein. Mit einem überschaubaren Einsatz von rund 100 Dollar kann man sich bei digg.com ganz schnell ganz viele Fans kaufen. Das hat eine Reporterin von wired.com bewiesen, indem sie einen völlig sinnlosen Blog mit Fotos zu Menschenansammlungen erstellt hat und die Firma User/Submitter beauftragte, diese populär zu machen.

Und das hat so einwandfrei funktioniert, dass man sich unwillkürlich die Frage stellt: Wieso eigentlich machen wir das nicht, lieber Luxinger? Mit 100 Dollar zum Helden des Web 2.0! Diese Investition dürfen wir nicht scheuen.

Und da wir schon dabei sind: Wenn wir dann so richtig populär sind, könnte sich da nicht die eine oder andere Kooperation mit der einen oder anderen Firma auftun?

Denk drüber nach, Luxinger. Ganz besonders gut geht das übrigens mit einem Sanddorn-Lutscher von Ricola.

Basler Blogs

20. Juni 2007

A propos Basel:

In Basel arbeiten natürlich auch viele andere Leute ausser Herrn Razinger emsig an ihren Blogs. Auf einen davon möchte ich kurz verweisen, weil er sich durch erlesenen Geschmack auszeichnet… 😉

Im Ernst: gebsn liefert Qualität, was ich mit einem Post zur neuen Coca Cola Zero unterstreichen möchte.

A propos Coca Cola Zero: Habt Ihr Euch auch schon gefragt, warum Coca Cola mit viel Geld ‚Cola Zero‘ lanciert, wenn es bereits ‚Cola Light‘ gibt und die Plörre sehr ähnlich schmeckt und vermutlich auch das gleiche drin ist??? Gut, die Frage ist jetzt nicht Match-entscheidend, aber trotzdem…

Mein Chef fährt zur Klärung dieser Frage einen Gender-Ansatz: Er meint, dass hängt damit zusammen, dass ‚Cola Light‘ von Frauen gepachtet war. Echten Männern blieb nur die original Brause oder sonst eben – Bier:

Gut, wir werden die Szene weiter intensivst beobachten…