Archive for the ‘Vermischtes’ Category

Ablasshandel einmal anders

16. Juli 2007

A propos Basel:

Vom Mittelalter her kommt uns das ja bekannt vor: „Bei einem Ablass werden,“ so lerne ich bei Wikipedia, „nach katholischer Auffassung zeitliche Sündenstrafen durch gute Werke (Gebete, Almosen, Pilgerfahrt) teilweise oder ganz erlassen. Nicht zu verwechseln ist der Ablass mit Vergebung.“

In der Erzdiözöse Los Angeles wird der Ablasshandel immer noch erfolgreich praktiziert. Heute einfach mit umgekehrten Vorzeichen, wie ich der Süddeutschen entnehme, die katholische Kirche eher so in der zahlenden Rolle…

Am Samstag haben sich die Erzdiözese Los Angeles und Opferverbände im größten Missbrauchskandal, in den die katholische Kirche in den USA verwickelt war, auf die Zahlung von nicht weniger als 660 Millionen Dollar geeinigt, umgerechnet rund eine halbe Milliarde Euro.

Zu Bedenken bleibt für die amerkanischen Katholiken aber noch folgender Zusatz aus dem Wiki: „So mag, kurz gesprochen, zwar die Sünde vergeben sein, ihre Folgen (Misstrauen) sind aber noch vorhanden. Die Sünde ist vergeben, ihre Folgen sind aber nicht aus der Welt.“ Aha!

Herr Razinger, was sagen eigentlich Sie zu all dem???

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Sarkozy langt hin

12. Juli 2007

A propos Basel:

Ich finde, Herr Sarkozy ist immer wieder für eine handfeste Überraschung gut.

Manche Politiker sagen, wenn die Banlieus brennen, ‚gut, das ist jetzt negativ, aber wir müssen nach vorneschauen, etc. ‚… Sarko ruft nach dem Kärcher! Manche Politiker holen vor allem ihre Gschpönli von der Partei und von der Schule/Uni und so in die Regierung, wenn sie schon einmal eine solche zusammenstellen können! Sarko stellt da einen bunten Mix zusammen. Manche gehen einfach an einen G-8-Gipfel, Sarko gibt sich dort auch schon mal die Kante…

Und jetzt dies:

Manche überreichen einfach einen Orden. Sarko denkt sich: „Ach Gott, da lang ich jetzt mal hin, was solls…“ Und fühlt sich offenbar ganz gut dabei. 😉

Sarkozy langt hin

Basel schreibt (IV)

13. Juni 2007

A propos Basel:

Gesichtet vor dem Migros Claramarkt in Basel:

Rücksack

Und nein, ich verdächtige niemanden aus dem östlichen Anatolien. Ich denke, der Urheber dieses sprachlichen Juwels stammt aus der direkten Nachbarschaft Basels – aus dem Westen: „No ’ne Rücksack, zum d’Cümülus-Kart‘ inne z’steckä?“

Cyber Mobbing

12. Juni 2007

A propos Basel:

Vor wenigen Tagen wurden an dieser Stelle Youtube, Flickr, Blogs und was das Web 2.0 sonst noch so ausmacht, begeistert als neue Medienkanäle gelobt, die es den Feinden der Meinungsvielfalt unter den Machthabern heutzutage schwer machen, unerwünschte oder unbequeme Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Heute muss ich ergänzen, dass die neuen Medien durchaus auch ein gewisses negatives Potenzial haben. Natürlich, wussten wir schon!!! Aber in dieser Form?
Harmlose Lehrer sehen sich immer stärker einem neuen Phänomen ausgesetzt, dem Cyber Mobbing. Wo wir früher noch mit zartem Schabernack operierten, kursieren nun frisierte Bilder der Lehrerinnen und Lehrer im Netz, fiese Fotomontagen und brutale Filme. Der Name des Lehrers wird in Chattrooms missbraucht oder in anderer Art im virtuellen Raum Rufmord betrieben (siehe Spiegelartikel). Wenn ich das lese, kann ich nur noch mal wiederholen: Leute, das Lehrersein ist auch nicht das, was es mal war.

Autorennen? Jetzt?

6. Juni 2007

A propos Basel:

Man hatte es nicht leicht als SUV-Fahrer, Vielflieger, Klimaanlagen-Besitzer. Ja sogar als Glühbirnen-Besitzer und natürlich auch als jeweilige BeistzerIN stand man in der Kritik, und es schlich sich in den letzten Wochen und Monaten leise das schlechte Gewissen ein. Es verging ja auch kaum ein Tag, ohne dass ein Zeitungsartikel mit kritischem Inhalt erschienen wäre. Feinstaub, CO2-Ausstoss, Energieeffizienz, Energieknappheit, Klimaerwärmung…

Und jetzt kommt der Nationalrat voller Tatendrang in die noch junge Sommersession und macht sich gleich mal hinter die wirklich wichtigen Geschäfte. Und beschliesst – genau: Dass Rundstreckenrennen vom 2CV-Grand-Prix bis hin zur Formel-1 (theoretisch) in der Schweiz wieder erlaubt werden sollen. Die Damen und Herren haben sich gedacht, wenn die “Interessensgruppe Radrennbahn Nordwestschweiz” am Höhepunkt des Doping-Skandals im Radsport eine neue Radrennbahn fordern kann, dann lässt sich auch der bürgerliche Teil des Nationalrats der Schweiz nicht von ein bisschen Gegenwind bezüglich CO2-Ausstoss und so Zeugs abschrecken…

Ich kann hier nur wiederholen: Die Damen und Herren von den bürgerlichen Parteien sind keine Wellenreiter! Die lassen sich von ein bisschen Gegenwind nicht abbringen.

Ein zusätzliches Schmankerl, dass in eine ähnliche Richtung geht: Auch der Flugsport ist ja nicht dafür bekannt, besonders umweltfreundlich zu sein. Auf gewisse Druckversuche von Pro Natura Bern reagierte der Veranstalter der ‚Flugshow Interlaken‘ mit einem entwaffnenden Argument: Man werde sich sehr dafür einsetzen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer per öffentlichen Verkehr anreisen. Und die meinten das ernst. Sogar der Blick stellt sich hier seine fragen.

Jetzt lese ich, dass hinter der Idee das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) steht, welche die Flugveranstaltung bewilligt hat. Mit der Auflage allerdings, einen „klimaneutralen Anlass“ durchzuführen… Klar ist es schön und besser als nichts, wenn man nach der Show für das schlechte Gewissen irgendwelche Ablass-Zertifikate für Bio-Strom kauft, keine Frage… Aber eine klimaneutrale Flugshow? Irgendwann muss man auch mal ehrlich sein…

„Herzblatt“ für Nierenkranke

29. Mai 2007

A propos Basel:

Es sind manchmal die kleinen Meldungen, die einen ins Grübeln bringen.

Gestern las ich in der Sonntagszeitung, dass am anderen Ende des Rheins eine neue Version von dem uns noch aus früheren Tagen bekannten Fernsehformat „Herzblatt“ entstehen soll. Natürlich heisst die Sendung nicht ‚Herzblatt‘, sondern die „Grosse Spendershow“ oder eben auf Holländisch „De Grossche Schpenderschow“…

Drei Nierenkranke sollen in dieser Fernsehshow um die Organspende einer todgeweihten Niederländerin wetteifern.

Ja wie soll ich mir das den vorstellen?

Die drei Kanditaten auf Barhockern auf der einen, die Nierenspenderin auf der anderen Seite der Trennwand? Der legitime Nachfolger von Rudi Carrell, stellt allen Beteiligten Fragen wie: „Und was mache‘ Schie berruflich…“? Und die Kandidatin versucht dann herauszufinden, wem Sie jetzt ihre Niere spenden soll: „Kandidat 1, was würdest Du tun um meine Niere nach Feierabend so richtig zu überraschen? … Kandidat 2???“ Und Susi fasst den ganzen Kasumpel am Schluss zusammen?

Und soll ich mir sowas überhaupt vorstellen.

Peer’s Ausweg

25. Mai 2007

A propos Basel:

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück ist echt nicht zu beneiden. In der Regel wollen alle seine Ministerkollegen/innen mehr Kohle von ihm. Und zwar nicht zu knapp. Aber wehe, wenn er irgendwo kürzt. Verschuldet er sich, gibt’s von der EU auf’s Dach. Und sobald er neue Steuern erheben will, droht ihm der Volkszorn. Im schlimmsten Fall Streik.
‚Und wenn schon Streik‘, denkt sich der Peer in seiner auswegslosen Lage, ‚dann doch von einer Gruppe , bei der sowas auch wenigstens für’s Auge ein bisschen was her macht. Ausserdem sind das nicht so viele. Die Metaller und die Jungs von der Telekom hab ich jetzt echt gesehen…‘

Einen Fürsprecher hat er schon mal. Harald Schmidt findet die Idee klasse:

Peer Steinbrück möchte Prostituierte dazu bringen, dass sie eine pauschale Abgabe machen als Steuer. Im Grunde könnte sich Deutschland damit endgültig gesund stoßen. Die Pauschalsteuer für Nutten bedeutet: der VW-Vorstand allein könnte den Bundeshaushalt sanieren. Und was ist mit den Männern,die sich ein bisschen schwer tun? Auch an die ist gedacht. Wer keinen mehr hoch kriegt, zahlt einfach die Pendlerpauschale.

Ps. Lieber Razinger, ich habe extra das Wort Prostituierte nicht verlinkt, sonst lockt das wieder Blog-ferne Interessensgruppen auf unseren Blog. Auch wenn es für die Statistik natürlich…

WM war ein Erfolg

24. Mai 2007

A propos Basel:

Vor kurzem hab ich an dieser Stelle verlauten lassen ‚Die WM war ein Wirtschaftsflop‚. Das stimmt natürlich weiterhin (jedenfalls hat da niemand wiedersprochen), aber das ist nur die eine Seite der Medallie.

Die andere Seite ist nämlich, dass in Deutschland, ca. 9 Monate nach dem Ereignis kein Kraisssaal mehr zu bekommen ist. Ein regelrechter WM-Baby-Boom ist zu verzeichnen, wie die FAZ unter dem Titel ‚Kinder des Nachspiels‚ eindrücklich aufzeigt. Fachleute sprechen von 15 – 20% mehr Niederkünften. Wahnsinn.

Mit meinem Kumpel P. L. aus Basel, der mir die Geschichte gesteckt hat, habe ich mir vorgestellt, wie das wohl zu- und herging, in Bottrop zwischen dem Uwe und der Jutta, in der Euphorie nach dem späten 1:0 gegen Polen oder so…

Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch

23. Mai 2007

A propos Basel:

Häufig werde ich von neu aus unserem nördlichen Nachbarland hinzugezogenen Erwachsenen gefragt, ob sie hier denn besser Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch reden sollen. Sie würden sich gerne integrieren und so… Und ich gebe ihnen dann immer ganz dezidiert, immer die gleiche Antwort.

Allgemein war das Thema ‚Die Deutschen in der Schweiz‚ wohl das Hype-Thema dieses Spät-Winter / Frühlings. Der Hype war so gross, dass ein Blog davon ganz beachtlich profitiert hat. Der Blog-Master wurde in vielen Zeitungen zitiert, zu Talk-Shows eingeladen. Zig Sachen halt, die Razi und mir noch kurz bevor stehen… 😉 Jedenfalls habe ich die ersten Beiträge zu diesem Thema als direkt Betroffener, der beide Seiten kennt, mit Vergnügen gelesen. Mit der Zeit aber. Naja, es war halt wie mit jedem Hype. Bis es der letzte Medienmensch gemerkt hat, das ging halt eine Weile… Aber das nur nebenbei.

Was ich eigentlich beschreiben wollte, spielte sich letzten Montag ab. Kennen Sie Anne-Sophie Mutter? Sie ist – eine Geigengöttin, ein Klassik-Superstar, eine Legende und auch noch ziemlich gutaussehend.
Kurz: Ich hatte bis dahin immer einen sehr guten Eindruck von ihr.

Nämliche Anne-Sophie Mutter nun war als Studiogast zu DRS3 ins Fokus geladen. Und sie entschied sich im Interview für – Schweizerdeutsch. Halt! Eben nicht – es war kein Schweizerdeutsch. Sie sprach einen gnadenlosen, hammerharten badischen Dialekt, als ob es Schweizerdeutsch wäre, bis es mir die Zehennägel aufgedreht hat. Und ich wusste, ich werde wie bis anhin allen Deutschen über 20, die in die Schweiz ziehen, empfehlen:

Sprecht Hochdeutsch!!! Bitte!!! Das bring Eurer Integration sonst gar nichts!

Aber hören Sie selbst: Hammer!

Anne-Sophie, Du hast Deinen Mythos zertrümmert…

Parrot Sketch Included

18. Mai 2007

A propos Basel:

Die Aufregung um den lokalen Fussball-Club nimmt immer grössere Ausmasse an. Aber ganz so wild wie in England ist es noch nicht. Zumindest, wenn man der Deutschen Presseagentur Glauben schenken darf. Gemäss DPA wurde nämlich vor dem FA-Cupfinal zwischen Manchester United und Chelsea in der mittelenglischen Grafschaft Northamptonshire ein Papagei entführt, weil er auf den Namen Chelsea hört und sofort zu krächzen anfängt, wenn er die Worte Manchester United hört. Sein Besitzer, ein gewisser Mr. Richard Threadgold, schätzt den Wert seines Vogels auf 1500 Euro.

And now for something completely different: