Archive for the ‘Sprache’ Category

Basel schreibt (VIII)

1. Oktober 2007

A propos Basel:

Kürzlich lockte mich der „Asian Food Express“ mit folgender Speisekarte:

Fisch
Pangasius Fried Noodles: Schwein an süss-saurer Sauce mit Sojasprossen Fr. 22
Pangasius Green Curry: Schwein an pikanter Soja-Austernsauce, Reis oder Nudeln Fr. 22
Crispy Fish Sweet & Sour: 5 Shweinefleischspiesse an Erdnusssauce mit Reis Fr 22
Crispy Fish Szechuan: 5 Shweinefleischspiesse an Erdnusssauce mit Reis Fr 22

Spontan musste ich da an eine nette Konversation in einem Restaurant inmitten der estnischen Pampa denken. Gast: „Do you have something without meat?“ Bedienung (wie aus der Pistole geschossen): „Yes, chicken!“

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Basel schreibt (VII)

1. Oktober 2007

A propos Basel:

„Turbosaugkraft durch fühlbar softes 3D-Innenvlies.“

Ein Satz, wie ein Monument. Steht da einfach auf einer Windelpackung der Migros (Milette Premium, Maxi+). Und sollte meiner Meinung nach für den Grimme-Preis nominiert werden – mindestens!

Lassen wir uns die Bestandteile auf dem Trommelfell zergehen:

– Turbosaugkraft. Nun, da bringt der Texter gleich Schwung in die Sache, ohne dass er gleich sein ganzes Pulver verschiesst.

– fühlbar soft. Jetzt ist er in seinem Element. Weich ist die Windel also, und dann kann man das auch noch fühlen! Ganz im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten, die zwar weich sind – aber eben nicht fühlbar …

– 3D-Innenvlies. Ja, da kommen mir die Tränen. Selten wurde eine Worthülse so hemmungslos verwendet, da zeigt sich der grosse Künstler.

Gerne hätte ich allerdings noch das zweidimensionale Innenvlies gesehen. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Basel schreibt (VI)

3. September 2007

A propos Basel:

Gestern im absolut hammermässigen Aktions-Angebot folgendes:

ripstomate

Andererseits: Wenn es beim Schlucken immer so unangenehm im Hals ripst, ist es auch kein Wunder, wenn diese Paradeiser so billig wie nur irgendwie möglich den Besitzer wechseln müssen.

Basel spricht (IV)

25. Juli 2007

A propos Basel:

Ortstermin: 47°34′03″ Nord, 7°35′32″ Ost (Spielplatz Matthäuskirche, Kleinbasel):

„Dr Undertaker und dr ander chönne gar nid brüeder si. Dr Undertaker kunnt uss USA und dr ander uss Texas!“

Damit steht es nach dieser Fachsimpelei über Wrestling 1:1 zwischen Europa und den USA bei meinen Lieblings-Geographie-Erkenntnissen. Denn wie wurde ein Freund in den Staaten einmal so schön gefragt: „Europe, is that close to Spain?“

Zum Integrationsgipfel

13. Juli 2007

A propos Basel:

Habe gerade mit Herrn Razinger bei einem gemütlichen Mittagessen im Garten unserer Lieblingskneipe die Kontroverse um den Integrationsgipfel in Deutschland debattiert. Ein sehr spannendes Thema wie ich finde.

Der Wiener Standard bringt die Diskussion um den Integrationsgipfel und den Boykott der wichtigen türkischen Verbände meiner Meinung nach auf den Punkt, wenn er kommentiert:

Manche, so scheint es, sollen vor dem Gesetz gleicher sein als andere. Für Ärger sorgt jener Passus, der den Familiennachzug regelt. Möchte der in Deutschland Lebende seinen Ehepartner nachkommen lassen, so muss dieser künftig einfache Sprachkenntnisse vorweisen. Das gilt für Türken, nicht aber für Australier, Japaner oder Neuseeländer, weil diese visumfrei nach Deutschland kommen dürfen. ‚Hans darf, Ali nicht‘, kritisiert Bekir Alboga vom türkisch-islamischen Religionsverein Ditib. Man kann nachvollziehen, dass sich Türken diskriminiert und als besondere Problemfälle abgestempelt fühlen. Dennoch: Deswegen den Integrationsgipfel zu boykottieren ist der falsche Weg. Probleme löst man nicht durch Schweigen, sondern durch Reden. Seit Jahren fordern Migrationsverbände in Deutschland einen Dialog mit der Bundesregierung auf Augenhöhe. Nun gibt es erstmalig eine solche Gelegenheit, und dann laufen die Ersten davon, wenn ihnen etwas nicht passt. Um beim Bild der Verweigerer zu bleiben: Ali sollte den Holzweg wieder verlassen und zurück zum Integrationsforum gehen. Hans wartet dort auf ihn.

Basel schreibt (V)

9. Juli 2007

A propos Basel:

Coop ist ja der allseits beliebte, kleine Detaillhändler aus Basel. Darum darf folgendes Zitat auch in dieser Rubrik erscheinen:

„100 % wilder Arabica-Kaffee aus Äthiopien
Dieser Kaffee aus 100 % wilden Arabica-Bohnen, zeichnet sich durch seinen charakteristischen Geschmack aus. Geerntet wird er von wild wachsenden Kaffeesträuchern im Bergregenwald von Bonga im Südwesten Äthiopiens.“

Und da hätte ich wirklich gerne das Bild bestellt: Kaffeesträucher, die sich selber abernten – das ist doch mal eine gentechnisch gelungene Variante.

Basel spricht (III)

12. Mai 2007

A propos Basel:

Heute in der Migros eine Verkäuferin zur anderen:

„Aide doschtomi Körbli!“ (Abbildung der ersten beiden Worte ähnlich.)

Gestern im Tram hinter mir eine jüngere Frau ebenfalls in einem Idiom aus einem ehemals zu Jugoslawien gehörenden Staates ins Mobiltelefon:
„alsdfjh asdföklja asdnvcnmxcn asdjklhasdfjlhk DUMMI FOTZE asdjkfldfasjkdjklash, asdfkasd!!! asdfklöasdfklj FOTZE, asdfljhashjld asdljkhdajk SCHEISSEGAL!! asdflhjkasdhjkl DUMMI SAU!!!“

Was lernen wir daraus? Secondas und Secondos wird zuhause leider nicht mehr der gesamte Grundwortschatz der Sprache ihrer Eltern vermittelt. So müssen sie immer wieder für gewisse termini technici ins Schweizerdeutsche wechseln.

Das kann aber auch eine Chance für die Integration sein…

Basel schreibt (III)

9. Mai 2007

A propos Basel:

Es gibt in unserer schönen Stadt ja eine noch schönere Zeitung. Und die hat die allerschönste Internetpräsenz. Und auf der lesen wir heute folgendes (einfach den Titel des Artikels rechts beachten):

Ständer

Basel schreibt (II)

3. Mai 2007

A propos Basel:

Nicht nur unser Halbkanton blickt ja auf eine gehässige Teilung zurück – auch die chilenische Vergangenheit ist nicht frei von Ressentiments. Da überrascht folgendes Angebot im Coop Clarastrasse natürlich nicht. Aber kauft man das wirklich?

Hass-Avocados

Basel spricht (II)

11. April 2007

A propos Basel:

Ortstermin: 47°34′03″ Nord, 7°35′32″ Ost (Spielplatz Matthäuskirche, Kleinbasel), Ostersonntag:

„Ey Mann, schpiel doch wie ne Mensch, wie ne richtige Mensch!“