Archive for the ‘Sport’ Category

Djokovic schlägt Federer

12. September 2007

A propos Basel:

Natürlich könnte hier die ungemein spannende Frage erörtert werden, ob unser aller Roger Federer nun Basler ist – oder Baselbieter. Nein, ganz ehrlich, deswegen rufen Menschen auf Zeitungen an; auch wenn ihr das jetzt nicht auf Anhieb glauben wollt.

Aber hier soll es um etwas ganz anderes gehen. Darum, dass der Roger eigentlich doch so ein richtiger Langweiler ist. Oder ist da jemand anderer Meinung? Natürlich, er hat Erfolg, soviel Erfolg, wie vor ihm noch kein Schweizer Sportler gehabt hat. Aber für welchen Preis? Er stapft da auf dem Platz herum, wie ein frigider Eisberg. Das mag Siege bringen – Emotionen werden damit nicht transportiert.

Und darum ist mein Sieger des US Open der Serbe Novak Djokovic. Der hatte seine Nerven nicht im Griff, warf seinen Schläger – und ist erst noch ein begnadeter Imitator.

Guckst du hier:

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1:5, in Worten eins zu fünf

6. August 2007

A propos Basel:

Da verbringt man einmal völlig arglos ein verlängertes Wochenende in Hamburg – einer wunderbaren Stadt übrigens, aber dazu vielleicht später – kommt spät Abends ermattet von den vielen Eindrücken und dem vielen Herumlaufen zurück – und liest im Flughafenbus: „Basel unterliegt den Young Boys 1:5„. 1:5??? Man ist wieder hellwach und denkt zunächst: ‚Gut, die Jungs von der Post haben sich vertippt. Neue digitale Info-Technik in ihren Bussen und so… Kann ja mal vorkommen!‘, und gibt sich wieder der allgemeinen Müdigkeit hin.

Heute lese ich in der BaZ: Die hatten völlig recht.

Herr Razinger, was war denn da los??? An Herrn Marque, dem Mann ohne Rückendeckung, kann es diesmal ja schlecht gelegen sein…

Rückendeckung beim FC Basel

1. August 2007

A propos Basel:

Wie sieht das eigentlich genau aus, wenn ein örtlicher Fussballclub einem Spieler den Rücken stärken will?

Nehmen wir das Beispiel des Franzosen François Marque, der in dieser Saison das schwere Erbe Boris Smiljanics antreten soll, was ihm nicht wirklich von allen zugetraut wird. Auch nicht in der Mannschaft selber (aber das nur am Rande).

„Er hat mein Vertrauen, das ist das Wichtigste“, sagte Trainer Christian Gross vor der Saison. Und vielleicht hatte dieses Vertrauen auch damit zu tun, dass Marque wahlweise wie ein Schwergewichtsboxer nach der 24. Runde aussieht. Oder wie ein Fremdenlegionär, kurz vor der Rückeroberung Algeriens.

„Ich stehe hinter ihm, das ist das Wichtigste“, meinte Gross auch noch nach dem ersten Spiel gegen den FC Zürich, in dem Marque doch zwei gröbere Schnitzer hatte. Das Vertrauen war auch nach dem St.-Gallen-Match (3 grobe Fehler) da – und ganz sicher auch nach dem grandiosen 1:1 gegen Aarau (blindes Unverständnis mit Kollege Koji Nakata).

Und weil der FCB seinem Verteidiger so sehr vertraut, ist inzwischen bereits der zweite Testspieler im Training erschienen. Erst war da der Brasilianer Marcos Vinicius (manchmal nach Lust und Laune auch Marcus Vinicius genannt). Und seit dem Nationalfeiertag ist da auch der Serbe Goran Adamovic.

Ach ja, Handlungsbedarf auf der Position des Innenverteidigers hat der FCB vor der Saison keinen gesehen. Und die beiden Testspieler sind natürlich kein Misstrauensvotum des Clubs an Marque. Sie sind einfach etwas anderes. Was, weiss ich jetzt aber leider auch nicht so genau…

Radelst Du noch, oder dopst Du schon…

26. Juli 2007

A propos Basel…

Sagen wir mal so: Die Situation an der Tour de France ist seit dem letzten Post zum Radsport auf diesem Kanal nicht übersichtlicher geworden:

Wer radelt denn jetzt noch mit? Welches Team hat sich mittlerweile komplett verabschiedet? Welches nur in Teilen? Wer fährt eigentlich jetzt in Gelb? Und wie lange wohl? Gibt es ausser Fabian Cancellara – weil der, der hat sicher nicht… – noch andere saubere Fahrer?

Fragen über Fragen. Und es wird immer schwieriger Antworten zu finden. Das liegt zum einen sicher daran, dass man den direkt Betroffenen nicht immer Glauben schenken darf. (Alexander Winokurow: „Ich habe nie gedopt…“) Das liegt zum anderen daran, dass sich immer mehr Medien aus der Berichterstattung zurück ziehen.

Ich persönlich finde, die Thematik überhitzt. Mittlerweile werden auch völlig saubere Sportsmänner und Fahradfreunde verdächtigt: Als ich heute mit meinem neuen kleinen Schwarzen (XT-Schaltung, Scheibenbremsen, weiterer Schnick-Schnack) auf dem Weg zur Arbeit die Wettsteinbrücke hochflitze, murmelt einer, den ich auf der Strecke locker geschnupft habe, etwas von ‚Doping’… Ich hab nicht alles verstanden, aber ich finde jetzt geht es zu weit, denn ‚Ich habe nie gedopt‘, auch wenn der Satz momentan wenig glaubwürdig ist…

Basel spricht (IV)

25. Juli 2007

A propos Basel:

Ortstermin: 47°34′03″ Nord, 7°35′32″ Ost (Spielplatz Matthäuskirche, Kleinbasel):

„Dr Undertaker und dr ander chönne gar nid brüeder si. Dr Undertaker kunnt uss USA und dr ander uss Texas!“

Damit steht es nach dieser Fachsimpelei über Wrestling 1:1 zwischen Europa und den USA bei meinen Lieblings-Geographie-Erkenntnissen. Denn wie wurde ein Freund in den Staaten einmal so schön gefragt: „Europe, is that close to Spain?“

Radsport: Jetzt sein wir doch mal ehrlich…

24. Juli 2007

A propos Basel:

Jetzt, also der Schock: Alexander Winokurow gedopt!!! Aber, jetzt sein wir mal ehrlich: Nach all dem was wir bisher gehört/gelesen/gesehen haben: Überrascht das wirklich noch jemanden??? Wenn ja dann empfehle ich das wirklich sehr erhellende Interview mit Jörg Jaksche im Spiegel. Titel: „Nur wer dopt, gewinnt“. Da hat man keine Fragen mehr. Also, ob flächendeckend gedopt wurde, meine ich…

Jan Ullrich hat sich ja mit seinen Aussagen und seinen Handlungen verheddert, dass der Gordische Knoten dagegen wie ein Kinderspiel aussieht. Aber mit einer Aussage hat er vermutlich leider den Kern der Dinge im professionellen Radsport getroffen:

Ich habe niemanden betrogen…

Sorry, an dieser Aussage können nur wirklich sehr gutgläubige Radsportfreunde und eingefleischte Cancellara-Fans – weil der, der hat sicher nicht… – zweifeln. Die Fahrer, die an Rundfahrten wie der ‚Tour‘ nicht einfach nach dem Motto ‚Dabei-sein-ist-alles‘ unterwegs waren, hat Jan Ullrich vermutlich in diesem Sinne wirklich nicht betrogen.

Und dann gibt es die Jungs, die sich an diversen Tour-Teilnahmen enorm gut vorbereitet am Berg und auch sonst einen abgestrampelt haben und sich dann sehr wunderten, warum Ulle, Lance und die anderen schnellen Brüder am Berg sowas von an ihnen vorbeigeschossen sind. Nach dem was man jetzt so weiss, waren die entweder ziemlich naiv oder aber sie haben das Spiel passiv und vor allem schweigend mitgespielt. Tja, und so bringt man ’seinen Sport‘ halt auch nicht weiter…

Danke UBS

9. Juli 2007

A propos Basel:

Ich finde es an der Zeit endlich mal der UBS danke zu sagen.

Erst hat sie mit ihrem überdurchschnittlich erfolgreichen Sponsoring Engagement dafür gesorgt, dass wir hier in der Schweiz ganz neue Sportarten entdecken. Oder wussten Sie vor Alinghi, in welcher Sportart der America’s Cup ausgetragen wird? Das wäre doch mindestens eine 100.000-Euro-Frage gewesen…

Und jetzt gibt uns des Seglers Lieblingsbank Gelegenheit die ‚Saure Gurkenzeit‘ dank ihrer unterdurchschnittlichen Kommunikationsleistung in Sachen ‚Führungswechsel‘ wenigstens partiell mit Spekulationen zuzubringen. Hat der Marcel jetzt schon wieder einen über die Klinge oder wollte der Peter einfach nicht mehr? Wollte der Marcel nicht mehr mit dem Peter oder die anderen lieber mit dem Marcel? Ist Herr Ospel jetzt desavouiert oder einmal mehr der starke Mann? Waren es Differenzen über die Strategie oder war doch dieser Hedge Fond der Stolperstein?

Fragen über Fragen. Und zumindest die Wirtschafstjournis und ein paar Interessierte sagen herzlich: Danke UBS.

Autorennen? Jetzt?

6. Juni 2007

A propos Basel:

Man hatte es nicht leicht als SUV-Fahrer, Vielflieger, Klimaanlagen-Besitzer. Ja sogar als Glühbirnen-Besitzer und natürlich auch als jeweilige BeistzerIN stand man in der Kritik, und es schlich sich in den letzten Wochen und Monaten leise das schlechte Gewissen ein. Es verging ja auch kaum ein Tag, ohne dass ein Zeitungsartikel mit kritischem Inhalt erschienen wäre. Feinstaub, CO2-Ausstoss, Energieeffizienz, Energieknappheit, Klimaerwärmung…

Und jetzt kommt der Nationalrat voller Tatendrang in die noch junge Sommersession und macht sich gleich mal hinter die wirklich wichtigen Geschäfte. Und beschliesst – genau: Dass Rundstreckenrennen vom 2CV-Grand-Prix bis hin zur Formel-1 (theoretisch) in der Schweiz wieder erlaubt werden sollen. Die Damen und Herren haben sich gedacht, wenn die “Interessensgruppe Radrennbahn Nordwestschweiz” am Höhepunkt des Doping-Skandals im Radsport eine neue Radrennbahn fordern kann, dann lässt sich auch der bürgerliche Teil des Nationalrats der Schweiz nicht von ein bisschen Gegenwind bezüglich CO2-Ausstoss und so Zeugs abschrecken…

Ich kann hier nur wiederholen: Die Damen und Herren von den bürgerlichen Parteien sind keine Wellenreiter! Die lassen sich von ein bisschen Gegenwind nicht abbringen.

Ein zusätzliches Schmankerl, dass in eine ähnliche Richtung geht: Auch der Flugsport ist ja nicht dafür bekannt, besonders umweltfreundlich zu sein. Auf gewisse Druckversuche von Pro Natura Bern reagierte der Veranstalter der ‚Flugshow Interlaken‘ mit einem entwaffnenden Argument: Man werde sich sehr dafür einsetzen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer per öffentlichen Verkehr anreisen. Und die meinten das ernst. Sogar der Blick stellt sich hier seine fragen.

Jetzt lese ich, dass hinter der Idee das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) steht, welche die Flugveranstaltung bewilligt hat. Mit der Auflage allerdings, einen „klimaneutralen Anlass“ durchzuführen… Klar ist es schön und besser als nichts, wenn man nach der Show für das schlechte Gewissen irgendwelche Ablass-Zertifikate für Bio-Strom kauft, keine Frage… Aber eine klimaneutrale Flugshow? Irgendwann muss man auch mal ehrlich sein…

Der sympathischste aller Präsidenten

1. Juni 2007

A propos Basel:

Nach monatelanger und selbst gewählter innerer Emigration, in die ich mich nach meinem unentschuldbaren und kompletten Versagen im „Fall Muntwiler“ zurückgezogen habe, hat mich der Herr Luxinger nun auf Knien und mit einem Bestechungs-Espresso gebeten, wieder schriftstellerisch tätig zu werden.

Und kaum fällt mir die auf mein Haupt gestreute Asche nicht mehr ständig in die Augen, da sehe ich bereits ein herzallerliebstes Foto des wohl sympathischsten aller amtierenden Fifa-Präsidenten.

bltr

Aber, hats dieses Bild nicht schonmal gegeben?

chpln

Eine Radsporthalle? Jetzt?

31. Mai 2007

A propos Basel:

Nein, echt: Ich bewunder das!

Da liest man jeden Tag über neue Enthüllungen aus dem Dopingsumpf des Radsports, sieht immer neue weinende, geständige (Ex-) Radprofis, frägt sich ergebnislos, wie dieser an sich faszinierende Sport noch zu retten sei, kurz: sieht den Radsport in einer immensen Reputationskrise – und jetzt lese ich in der Basler Zeitung, dass eine Gruppe von Radsportfreunden in der Region Basel eine Radsporthalle bauen will.

Jetzt finde ich Bahnradfahren auch schon ohne diese ganze Vorgeschichte keinen Thriller. Unter den aktuellen Vorzeichen muss ich der „Interessensgruppe Radrennbahn Nordwestschweiz“ aber meinen Respekt aussprechen. Die Jungs sind keine Wellenreiter! Die lassen sich von ein bisschen Gegenwind nicht abbringen. Ob sie allerdings die zig Millionen (im letzten ähnlichen Projekt ging man von über 40 Millionen aus) unter diesen sagen wir mal ’nicht gerade Radsport-freundlichen‘ Bedingungen zusammenbringen, wage ich zu bezweifeln.

Obwohl: Wenn man die Begeisterung beim Giro anschaut oder sieht, dass gestern noch geständige Dopingsünder heute an der Bayern-Rundfahrt schon wieder unter dem Jubel der Zuschauer Etappen gewinnen, muss man konstatieren, im Radsport ist echt alles möglich…