Archive for the ‘Monarchie’ Category

Strikte Abfalltrennung bei den Habsburgern

12. September 2007

A propos Basel:

Ich oute mich hier mal als begeisterter Seher der amerikanischen Serie „Six Feet Under“, in der es um das schrecklich komplizierte Leben einer Bestatter-Familie geht. In ein ähnliches Kapitel geht folgende, fürs allgemeine Leben nicht wirklich wichtige, ja eigentlich völlig überflüssige Information, die man aber möglicherweise einmal für das Auflockern eines schleppenden Smalltalks verwenden kann.

Vielleicht so:

Ich war ja zur selben Zeit wie der Ratzinger in Wien. Und weil die ganze Stadt mit Absperrungen unterteilt war, habe ich mich in die Katakomben des Stephansdoms geflüchtet.

Wussten Sie (Wusstest du, je nach Vertrautheit mit dem Gegenüber), dass sich die Habsburger sozusagen dreigeteilt bestatten liessen? Die österreichischen Kaiser wurden nämlich balsamiert, wozu die Eingeweide aus dem Körper entfernt werden mussten.

Und das gab einen schönen Anlass, den Streit dreier Kirchen zu beenden, die alle reklamierten, die wahre letzte Ruhestätte der Habsburger zu sein.

Also erhielt die Kapuzinerkirche den Körper, die Augustinerkirche erhielt das Herz und der Stephansdom bekam die restlichen Innereien. Und die stehen nun dort in den Katakomben, in Alkohol eingelegt und in ziemlich schmucklosen Bronzebehältnissen. Kaiserliche Würde habe ich mir immer etwas anders vorgestellt, aber was solls?

Immerhin kann mit Fug und Recht behauptet werden, das Hause Habsburg habe als eines der ersten auf strikte Trennung des Abfalls geachtet.

Advertisements

Fuck, Lily

3. Juli 2007

A propos Basel:

Zehn Jahre ist es also schon her, seit Prinzessin Diana mitsamt Chauffeur und Liebhaber um einen Pfosten gewickelt wurde. Und wie hat damals jemand im deutschen Satiremagazin Titanic so schön geschrieben: „Als ich von ihrem Tod erfuhr, fühlte ich mich, als ob eine mir völlig unbekannte Jet-Set-Tussi gestorben wäre.“

Doch auch wenn meine Gefühle der „Princess of Hearts“ gegenüber praktisch identisch sind, stolperte ich am Wochenende beim zappen über dieses Riesenkonzert in Wembley – und blieb hängen, weil da gerade die von mir äusserst geschätzte Lily Allen über die Bühne, naja, stolperte, weil sie das mit den ganz hohen Absätzen halt doch nochmals üben sollte.

Was mich aber wirklich betrübt hat, war, dass sie sich ganz offensichtlich selbst zensuriert hat. „But you were fucking that girl next door, what ja do that for?“, singt sie zumindest auf meiner CD im Lied „Smile“. Auf ihrer Homepage hat sie es nun in „you were doing that girl“ umgewandelt. Und bei der Diana-Sausse hiess es plötzlich „loving“…

Fuck, Lily! Sollte das mit den Übertragungen in die USA zu tun haben? Oder war das falsch verstandene Pietät? Dabei war Diana selbst doch dem Beischlaf nicht besonders abgeneigt. Vor allem dem ausserehelichen ohne Verhütung – zumindest nicht mit dem Reitlehrer James Hewitt, dessen Ähnlichkeit mit Prinz Harry aber natürlich reiner Zufall ist…