Archive for the ‘Kirche’ Category

Strikte Abfalltrennung bei den Habsburgern

12. September 2007

A propos Basel:

Ich oute mich hier mal als begeisterter Seher der amerikanischen Serie „Six Feet Under“, in der es um das schrecklich komplizierte Leben einer Bestatter-Familie geht. In ein ähnliches Kapitel geht folgende, fürs allgemeine Leben nicht wirklich wichtige, ja eigentlich völlig überflüssige Information, die man aber möglicherweise einmal für das Auflockern eines schleppenden Smalltalks verwenden kann.

Vielleicht so:

Ich war ja zur selben Zeit wie der Ratzinger in Wien. Und weil die ganze Stadt mit Absperrungen unterteilt war, habe ich mich in die Katakomben des Stephansdoms geflüchtet.

Wussten Sie (Wusstest du, je nach Vertrautheit mit dem Gegenüber), dass sich die Habsburger sozusagen dreigeteilt bestatten liessen? Die österreichischen Kaiser wurden nämlich balsamiert, wozu die Eingeweide aus dem Körper entfernt werden mussten.

Und das gab einen schönen Anlass, den Streit dreier Kirchen zu beenden, die alle reklamierten, die wahre letzte Ruhestätte der Habsburger zu sein.

Also erhielt die Kapuzinerkirche den Körper, die Augustinerkirche erhielt das Herz und der Stephansdom bekam die restlichen Innereien. Und die stehen nun dort in den Katakomben, in Alkohol eingelegt und in ziemlich schmucklosen Bronzebehältnissen. Kaiserliche Würde habe ich mir immer etwas anders vorgestellt, aber was solls?

Immerhin kann mit Fug und Recht behauptet werden, das Hause Habsburg habe als eines der ersten auf strikte Trennung des Abfalls geachtet.

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Ablasshandel einmal anders

16. Juli 2007

A propos Basel:

Vom Mittelalter her kommt uns das ja bekannt vor: „Bei einem Ablass werden,“ so lerne ich bei Wikipedia, „nach katholischer Auffassung zeitliche Sündenstrafen durch gute Werke (Gebete, Almosen, Pilgerfahrt) teilweise oder ganz erlassen. Nicht zu verwechseln ist der Ablass mit Vergebung.“

In der Erzdiözöse Los Angeles wird der Ablasshandel immer noch erfolgreich praktiziert. Heute einfach mit umgekehrten Vorzeichen, wie ich der Süddeutschen entnehme, die katholische Kirche eher so in der zahlenden Rolle…

Am Samstag haben sich die Erzdiözese Los Angeles und Opferverbände im größten Missbrauchskandal, in den die katholische Kirche in den USA verwickelt war, auf die Zahlung von nicht weniger als 660 Millionen Dollar geeinigt, umgerechnet rund eine halbe Milliarde Euro.

Zu Bedenken bleibt für die amerkanischen Katholiken aber noch folgender Zusatz aus dem Wiki: „So mag, kurz gesprochen, zwar die Sünde vergeben sein, ihre Folgen (Misstrauen) sind aber noch vorhanden. Die Sünde ist vergeben, ihre Folgen sind aber nicht aus der Welt.“ Aha!

Herr Razinger, was sagen eigentlich Sie zu all dem???