Archive for the ‘Fussball’ Category

1:5, in Worten eins zu fünf

6. August 2007

A propos Basel:

Da verbringt man einmal völlig arglos ein verlängertes Wochenende in Hamburg – einer wunderbaren Stadt übrigens, aber dazu vielleicht später – kommt spät Abends ermattet von den vielen Eindrücken und dem vielen Herumlaufen zurück – und liest im Flughafenbus: „Basel unterliegt den Young Boys 1:5„. 1:5??? Man ist wieder hellwach und denkt zunächst: ‚Gut, die Jungs von der Post haben sich vertippt. Neue digitale Info-Technik in ihren Bussen und so… Kann ja mal vorkommen!‘, und gibt sich wieder der allgemeinen Müdigkeit hin.

Heute lese ich in der BaZ: Die hatten völlig recht.

Herr Razinger, was war denn da los??? An Herrn Marque, dem Mann ohne Rückendeckung, kann es diesmal ja schlecht gelegen sein…

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Rückendeckung beim FC Basel

1. August 2007

A propos Basel:

Wie sieht das eigentlich genau aus, wenn ein örtlicher Fussballclub einem Spieler den Rücken stärken will?

Nehmen wir das Beispiel des Franzosen François Marque, der in dieser Saison das schwere Erbe Boris Smiljanics antreten soll, was ihm nicht wirklich von allen zugetraut wird. Auch nicht in der Mannschaft selber (aber das nur am Rande).

„Er hat mein Vertrauen, das ist das Wichtigste“, sagte Trainer Christian Gross vor der Saison. Und vielleicht hatte dieses Vertrauen auch damit zu tun, dass Marque wahlweise wie ein Schwergewichtsboxer nach der 24. Runde aussieht. Oder wie ein Fremdenlegionär, kurz vor der Rückeroberung Algeriens.

„Ich stehe hinter ihm, das ist das Wichtigste“, meinte Gross auch noch nach dem ersten Spiel gegen den FC Zürich, in dem Marque doch zwei gröbere Schnitzer hatte. Das Vertrauen war auch nach dem St.-Gallen-Match (3 grobe Fehler) da – und ganz sicher auch nach dem grandiosen 1:1 gegen Aarau (blindes Unverständnis mit Kollege Koji Nakata).

Und weil der FCB seinem Verteidiger so sehr vertraut, ist inzwischen bereits der zweite Testspieler im Training erschienen. Erst war da der Brasilianer Marcos Vinicius (manchmal nach Lust und Laune auch Marcus Vinicius genannt). Und seit dem Nationalfeiertag ist da auch der Serbe Goran Adamovic.

Ach ja, Handlungsbedarf auf der Position des Innenverteidigers hat der FCB vor der Saison keinen gesehen. Und die beiden Testspieler sind natürlich kein Misstrauensvotum des Clubs an Marque. Sie sind einfach etwas anderes. Was, weiss ich jetzt aber leider auch nicht so genau…

Der sympathischste aller Präsidenten

1. Juni 2007

A propos Basel:

Nach monatelanger und selbst gewählter innerer Emigration, in die ich mich nach meinem unentschuldbaren und kompletten Versagen im „Fall Muntwiler“ zurückgezogen habe, hat mich der Herr Luxinger nun auf Knien und mit einem Bestechungs-Espresso gebeten, wieder schriftstellerisch tätig zu werden.

Und kaum fällt mir die auf mein Haupt gestreute Asche nicht mehr ständig in die Augen, da sehe ich bereits ein herzallerliebstes Foto des wohl sympathischsten aller amtierenden Fifa-Präsidenten.

bltr

Aber, hats dieses Bild nicht schonmal gegeben?

chpln

WM war ein Erfolg

24. Mai 2007

A propos Basel:

Vor kurzem hab ich an dieser Stelle verlauten lassen ‚Die WM war ein Wirtschaftsflop‚. Das stimmt natürlich weiterhin (jedenfalls hat da niemand wiedersprochen), aber das ist nur die eine Seite der Medallie.

Die andere Seite ist nämlich, dass in Deutschland, ca. 9 Monate nach dem Ereignis kein Kraisssaal mehr zu bekommen ist. Ein regelrechter WM-Baby-Boom ist zu verzeichnen, wie die FAZ unter dem Titel ‚Kinder des Nachspiels‚ eindrücklich aufzeigt. Fachleute sprechen von 15 – 20% mehr Niederkünften. Wahnsinn.

Mit meinem Kumpel P. L. aus Basel, der mir die Geschichte gesteckt hat, habe ich mir vorgestellt, wie das wohl zu- und herging, in Bottrop zwischen dem Uwe und der Jutta, in der Euphorie nach dem späten 1:0 gegen Polen oder so…

Parrot Sketch Included

18. Mai 2007

A propos Basel:

Die Aufregung um den lokalen Fussball-Club nimmt immer grössere Ausmasse an. Aber ganz so wild wie in England ist es noch nicht. Zumindest, wenn man der Deutschen Presseagentur Glauben schenken darf. Gemäss DPA wurde nämlich vor dem FA-Cupfinal zwischen Manchester United und Chelsea in der mittelenglischen Grafschaft Northamptonshire ein Papagei entführt, weil er auf den Namen Chelsea hört und sofort zu krächzen anfängt, wenn er die Worte Manchester United hört. Sein Besitzer, ein gewisser Mr. Richard Threadgold, schätzt den Wert seines Vogels auf 1500 Euro.

And now for something completely different:

Fall Muntwiler abgeschlossen

16. Mai 2007

A propos Basel:

In nicht einmal ganz vier Stunden beginnt das Spiel des örtlichen Fussball-Clubs gegen die Mannen des FC Luzern. Und wie soeben bekannt geworden ist, wird der FC Basel dabei weiterhin mit einem Punkt Rückstand auf den FC Zürich antreten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat das Urteil der Disziplinarkammer der Swiss Football League bestätigt.

Das bedeutet vor allem einmal eines: Razinger muss mehrere Zentnter Asche über sein Haupt streuen und sich für einige Tage zurückziehen. Bis das ganze Aschezeugs wieder aus seinen Haaren entfernt ist.

Edit:
Herr Michele Bernasconi, der Einzelrichter, der das Verfahren durchgeführt hat, entschuldigt sich übrigens, dass er noch keine Angaben zur Urteilsbegründung machen kann.

Fertig Plastiksack für Herrn Latour

11. Mai 2007

A propos Basel:

Am kommenden Wochenende reist ja wieder einmal der Zürcher Nobel-Fussballclub ans Rheinknie, um sich seine nächste Demütigung abzuholen. Die Grasshoppers haben sich bei einem begeisternden 0:0 gegen Sion vor 2800 entgeisterten Zuschauern schon mal in den Schlaf gewiegt.

Aber jetzt ist ER zurück: Der König der Mikrofone, der Mann, der dank eines am Revers montierten Mikrofons Weltruhm erlangt hat. Und nein, wir wollen Hanspeter Latour NICHT mit dem Gränni-Video begrüssen. Wir sind einfach froh, dass der Mann zumindest in nächster Zukunft keine Plastiksäcke mehr in der Gegend umherschleppen muss:

Für Freunde der gepflegten Schieberei

8. Mai 2007

A propos Basel:

Ein kleiner Tipp für Menschen, denen Fussball nur dann Spass macht, wenn auch ordentlich viele Tore fallen: Geht euch das Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel anschauen. Das findet am 19. Mai um 17.45 Uhr auf der Allmend statt und hat praktisch eine eingebaute Torgarantie.

Das kommt so: Der FCL und der FCB treffen sich nach Ende der Meisterschaft am Pfingstmontag auf dem Plastikrasen des Berner Stadions zum Cupfinal. In dem geht es zum einen um einen wunderschönen Pokal. Zum anderen aber auch um einen Platz im Uefa-Cup.

Und da kommt der Haken bei der ganzen Sache: Wird der FCB nämlich Schweizer Meister, dann darf er sich zum wiederholten Male in der Qualifikation zur Champions League versuchen. Dafür erben die Luzerner den Platz im Uefa-Cup, der im Schweizer Cup vergeben wird – egal ob sie den Final gewinnen oder verlieren.

Wird der FCB aber nur Zweiter der Liga, dann kommt Luzern nur dann in den Uefa-Cup, wenn es auch den Final gewinnt. Bei einer Niederlage gehen die Leuchtenstädter (ich liiieeebe diese Übernamen) leer aus.

Tja, und der unbeteiligte Beobachter fragt sich: Wem drücken die Luzerner im Rennen um den Meistertitel wohl die Daumen: Zürich – oder vielleicht doch Basel?

Und darum mein Tipp: Freunde der gepflegten Schieberei, geht euch Luzern–Basel anschauen. Und werdet Zeuge davon, wie Luzern gegen das eigene Glück antritt – oder möglicherweise eben auch nicht. Mit einem 1:6 gegen die Grasshoppers haben die Luzerner ja schon einmal angedeutet, dass sie durchaus in der Lage sind, Matches lustlos und fern jeglicher Gegenwehr abzuspulen.

Noch kurz was zum Fall Muntwiler

4. Mai 2007

A propos Basel:

Da sich nun der FC Zürich, der FC Basel, der FC St. Gallen und die Swiss Football League einig geworden sind, dass die Basler und St. Galler Beschwerde vor dem Internationalen Sportgerichtshof möglichst vor Abschluss der Saison zu behandeln sei, nur ein kleiner Blick nach Holland.

Mit einem scharfen Blick auf den Schiedsrichter bleibt zu sagen: Es ist bei uns eben doch nicht alles so schlecht.

Vom Drehen und Wenden der Reglemente

25. April 2007

A propos Basel:

Ja, ich weiss, lieber Luxinger, ich komme wie die alte Fasnacht daher, wenn ich mich jetzt auch noch zum Fall Muntwiler auslasse.

Aber da ich mich auch schon beruflich mit der Causa befassen durfte, habe ich mal eine kleine Verschnaufpause gebraucht.

Dennoch nun hier mein Senf zum Forfait-Entscheid der Swiss Football League:

Ich gebe offen zu: Vielleicht kann man den Fall so beurteilen, wie es der Herr Bürgy mit seiner verschworenen Truppe der Disziplinarkommission getan hat. Aber genauso gut kann man ihn vielleicht eben auch anders sehen.

Und diese „vielleichts“ und „abers“ hätten genügend Spielraum gelassen, um NICHT in den sportlichen Wettbewerb einzugreifen. So, wie die SFL alle ihre eigenen Reglemente so lange gebogen hat, bis sie einen Forfait-Sieg des FC Basel gegen Neuchâtel Xamax verhindern konnte. Wir erinnern uns: Damals habe es die Neuenburger nicht fertig gebracht, ihr schneesicheres Spielfeld in den Höhen von La Chaux-de-Fonds mit Linien zu versehen.

Übrigens, ich war damals durchaus der Meinung, dass eine Spielwiederholung sportlich Sinn macht. Und genau so bin ich heute der Meinung, dass man es beim 0:0 hätte bewenden lassen müssen.

Denn man wagt es sich kaum auszumalen: St. Gallen und/oder der FCB gelangen vor den Internationalen Sportgerichtshof (TAS/CAS) – und die Schweizer Meisterschaft wird zwei Wochen nach dem letzten gespielten Match (der übrigens an einem Donnerstag stattfindet – wo gibts denn sowas?!?!?) entschieden. Horror…