Archive for the ‘Ferien’ Category

Dann mach ich halt alles selber

21. September 2007

A propos Basel,

Nun ja, da ich von hervorragenden Tipps zu Sarajevo auf dieser Seite beinahe überrannt worden bin, gebe ich selbst ein paar wenige Tipps:

1. Die Altstadt Sarajevos mit seinen kleinen osmanischen Häuschen ist wirklich hübsch anzuschauen. Zum Shopping empfehle ich aber weiterhin eher Barcelona …

2. Wenn man ein wirklich spezielles und auch speziell gutes Essen erleben will, sollte man unbedingt die „Mala Kuhinja“ besuchen. Und nein, der Name bedeutet NICHT „schlechte Küche“, sondern „kleine Küche“. Klein ist das Restaurant in der Tat, nur 14 Gäste finden Platz. Eine Reservation ist also unabdingbar. Wenn man es allerdings ins Restaurant geschafft hat, wird man dafür vom Jamie Oliver Bosnien-Herzegowinas bekocht. Muamer Kurtagic ist der örtliche TV-Koch, der natürlich ein viel grösseres Restaurant haben könnte, sich aber lieber auf sein kleines Reich konzentriert.

Und das bringt dem Gast einiges an Mehrwert. Der Chef bedient nämlich selbst, eine Speisekarte gibt es nicht, Kurtagic fragt vor dem Mahl nur, welche Zutaten er nicht verwenden soll, dann wird gekocht und aufgetischt. Und das nicht zu knapp. Der Preis für ein Mittagessen mit Suppe, Salat, vier verschiedenen Hauptgängen auf grossen Platten, dazu Reis und sehr kreativ zubereitete Kartoffeln, zwei verschiedene Desserts, Getränke und Espresso: 30 KM (Konvertible Mark, der Kurs ist in etwa 1:1 zum Franken). Und da ist das Trinkgeld bereits inbegriffen.

Natürlich kann man in Sarajevo auch für viel weniger Geld satt werden – aber das Erlebnis in der „Mala Kuhinja“ wird da natürlich nicht geboten. Womit wir angekommen wären bei Punkt:

3. Nein, die Freundlichkeit ist dem Servierpersonal in dieser Stadt, sagen wir mal: nicht in die Wiege gelegt. Oder anders formuliert: Wie man der Bedienung ein Lächeln abringen kann, haben wir in den drei Tagen in Sarajevo nicht eruieren können, und auch der Taxifahrer begrenzt seine Kommunikation normalerweise auf ein leichtes Nicken. Ausnahmen gibt es natürlich immer, sie sind einfach rar gesät.

4. Während des Ramadans läuft in der normalerweise sehr partyfreundlichen Stadt relativ wenig.

5. Die Gendenkstätte für den erschossenen Franz Ferdinand war vor dem real existierenden Sozialismus auch schon mal grösser und behielt danach bis heute ihre eher bescheidene Form. Sprich: Der Franz muss sich mit einer leicht zu übersehenden Informationstafel begnügen.

6. Der FK Sarajevo hat für das Essen mit den offiziellen Vertretern des FC Basel nicht das Budget für einen zukünftigen Transfer verwendet. Das Mittagsmahl fand nämlich in einem eher der Fast-Food-Welt zugehörigen Etablissement statt. Das teuerste Essen auf der liebevoll plastifizierten Karte mit Fotos der angebotenen Speisen schlug mit 4 KM zu Buche. Dafür sprach der FK-Präsident während des gesamten Essens nicht eine Silbe.

7. Schon verrückt, über eine Strasse zu fahren, die vor wenigen Jahren noch den Namen „Sniper Alley“ trug, weil jeder, der sie benutzt hat, um sein Leben fürchten musste.

Wohin in Sarajevo?

14. September 2007

A propos Basel:

Da ich demnächst den ortsansässigen Fussballverein auf seiner Reise nach Sarajevo begleiten darf, suche ich verzweifelt Tipps. Gibt es da draussen jemanden, der mir das beste Restaurant, die beste Bar, den besten Kaffee und die beste Sight zum Seeing nennen kann?

Ich harre gespannt der hereinfliessenden Informationen.

Herzlichst, Ihr Razinger

Strikte Abfalltrennung bei den Habsburgern

12. September 2007

A propos Basel:

Ich oute mich hier mal als begeisterter Seher der amerikanischen Serie „Six Feet Under“, in der es um das schrecklich komplizierte Leben einer Bestatter-Familie geht. In ein ähnliches Kapitel geht folgende, fürs allgemeine Leben nicht wirklich wichtige, ja eigentlich völlig überflüssige Information, die man aber möglicherweise einmal für das Auflockern eines schleppenden Smalltalks verwenden kann.

Vielleicht so:

Ich war ja zur selben Zeit wie der Ratzinger in Wien. Und weil die ganze Stadt mit Absperrungen unterteilt war, habe ich mich in die Katakomben des Stephansdoms geflüchtet.

Wussten Sie (Wusstest du, je nach Vertrautheit mit dem Gegenüber), dass sich die Habsburger sozusagen dreigeteilt bestatten liessen? Die österreichischen Kaiser wurden nämlich balsamiert, wozu die Eingeweide aus dem Körper entfernt werden mussten.

Und das gab einen schönen Anlass, den Streit dreier Kirchen zu beenden, die alle reklamierten, die wahre letzte Ruhestätte der Habsburger zu sein.

Also erhielt die Kapuzinerkirche den Körper, die Augustinerkirche erhielt das Herz und der Stephansdom bekam die restlichen Innereien. Und die stehen nun dort in den Katakomben, in Alkohol eingelegt und in ziemlich schmucklosen Bronzebehältnissen. Kaiserliche Würde habe ich mir immer etwas anders vorgestellt, aber was solls?

Immerhin kann mit Fug und Recht behauptet werden, das Hause Habsburg habe als eines der ersten auf strikte Trennung des Abfalls geachtet.

Ich meld mich dann mal ab…

5. September 2007

A propos Basel:

Es gibt ja Menschen, die legen in den Ferien blogtechnisch so richtig los. Beitrag reiht sich an Beitrag und dokumentiert wird das Ganze durch wirklich hervorragende Ferienfotos.

Ich möchte jetzt nichts verschreien, aber ich glaube, ich gehöre nicht zu dieser Kategorie. Ferien bedeutet für mich gerade auch mal nicht chronisch vor dem Computer zu sitzen. Und deshalb kann ich mir gut vorstellen, werter Herr Razinger, dass das mit der täglichen Kolumne aus Sardinien nichts wird, selbst wenn sich auf der Insel Internet-Cafés in grosser Zahl auftreiben liessen, was ich ja erst noch sehen will…

Möglicherweise schicke ich Ihnen aber als Zeichen meiner grossen Verbundenheit – ich weiss, super altmodisch – eine Postkarte. Aber Postkartenschreiben lässt sich in Italien einfach wunderbar mit einem Cappucino auf einer Piazza verbinden, die Gazzetta dello Sport als Unterlage, das passt.

In diesem Sinne: Bis die Tage!

Hochachtungsvoll, Ihr Luxinger

Interaktive Suche die Zweite…

29. August 2007

A propos Basel:

Auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für die vielen vielen Vorschläge für Feriendestinantionen, die mich hier aber auch über direktere Kanäle erreicht haben. Nach einem mehrstündigen Evaluationsprozess haben wir uns jetzt spontan (…) für – Trommelwirbel – richtig: Für Sardinien entschieden – Tusch und Finale furioso

Deshalb hier noch mal der Aufruf:

Liebe A-propos-Basel-Leser/innen!
Jetzt, da es konkret wird, die entscheidende Frage: Gibt es Sardinien-Experten unter Euch? Sagen Euch folgende Stichworte was:

Einsame Traumstrände? Gemütliche Agri Tourismi? Verspieltes, romantisches Hotel im Städtchen X? Die Kirche XY mit einem Fresko von YX? Das Eiscafé Venezia? Das Restaurant Eures Vertrauens???

Sämtliche brauchbaren Tips und Tricks werden auf jeden Fall gnadenlos mit Ferienpostkarten quittiert…

Interaktive Suche nach der idealen Feriendestination

22. August 2007

A propos Basel:

Gestern konnte ich in einem harten aber fairen Abnützungskampf mit meinem Chef 10 Tage Urlaub im September aushandeln. Das möchte ich nutzen und heute eine nicht-repräsentative Umfrage der treuen ‚A propos Basel-Leser/innen‘ starten. Werter Razinger, Sie dürfen auch mit machen!!! Übrigens: Nicht, dass mir keine wunderbaren Reiseziele für 10 Tage im Spätsommer einfallen würden, aber manchmal ist es doch reizvoll eine Drittmeinung einzuholen und vom enormen Erfahrungsschatz der Community zu profitieren. Also:

Was ist Ihrer Meinung nach die ideale Reisedestination für Zwei im September? Haben Sie Links mit entsprechenden Hintergrundinformationen?

Ich bin sehr gespannt und danke schon einmal für den einen oder anderen Tip!

Und um das Ergebnis nicht zu verfälschen, möchte ich die vielen vielen Fans von A propos Basel, die unseren harmlosen Blog Tag für Tag mit Schlagworten wie „Geile Pornos“ oder auch „Reitlehrer Hewitt“ ergoogeln nicht unnötig bemühen, nachdem Sie vom Inhalt unseres Blogs vermutlich schon einigemale hart enttäuscht worden sind.

Bei dieser Gelegenheit frage ich mich übrigens, wie oft man klicken muss, bis man mit diesen Stichworten bei ‚A propos Basel‘ landet. Ich hab das mal getestet, den Versuch aber nach anderthalb Stunden erfolglos wieder abgebrochen…