Archive for the ‘Basel’ Category

Williwilliwilliwill!!!!

2. Oktober 2007

A propos Basel:

Das Positive im Voraus: Hurra, das Baselbiet beteiligt sich endlich in einem Masse an der Universität Basel, das mehr als ein Muggenschiss genannt werden darf.

Aber Gott im Himmel, muss jetzt wirklich jede Gemeinde das Gefühl haben, sie sei zum Universitäts-Standort berufen? Erst Muttenz, jetzt kommt Liestal, das in der Basler Zeitung damit wirbt, über einen „perfekten ÖV-Anschluss“ zu verfügen. Ach ja, Pratteln und Münchenstein hätten auch noch gerne eine Teil des Kuchens.

Ist ja natürlich auch eine super-intelligente Idee, die Uni auf möglichst viele dezentrale Standorte zu verteilen. Selbst wenn es in der Stadt Bestrebungen gibt, so etwas ähnliches wie einen Campus zu formen, mit kurzen Wegen zwischen den Instituten, den Hörsälen, der Bibliothek und den kulinarischen Wagnissen der Mensa („sieeebe zwanzig!“ – oder wieviel das im Moment auch immer kostet).

Schade wäre es allerdings, wenn nur Muttenz oder Liestal zum Zug kämen. Bezahlt denn nicht jeder Steuerzahler (und jede Steuerzahlerin) im Baselbiet seinen (ihren) Teil an die Uni? Eben. Und hat deswegen nicht eigentlich jede Gemeinde Anrecht auf mindestens einen Hörsaal, ein Institut – oder wenigstens einen Teil der Bibliothek? Ja, klar!

Darum mein Vorschlag:

Tecknau (hervorragend an den ÖV angebunden) erhält die deutsche Literatur von A-G.
In Ramlinsburg wird Geographie unterrichtet. Erste Lektion: Kartenlesen (wie komme ich nach Ramlinsburg?).
Liestal bekommt ein brandneues Institut, in dem nur das Thema Hülftenschanz beackert wird.
Die deutsche Literatur H–Q geben wir nach Therwil.
Ormalingen darf natürlich auch nicht übergangen werden, vergeben wir ein „unnützes Institut wie Theologie“ (Zitat meines geschätzten Arbeitskollegen).
Die Wirtschaftswundergemeinde Pratteln erhält als Gegenpol die Hungerkünstler der Philosophie.
R–Z der deutschen Literatur geht nach Titterten (selbstbewusste Eigenwerbung: „Die wohl schönste Gemeinde im Kanton Baselland“).
usw.
usf.

Und wenn alles schön aufgeteilt ist, und sich nur noch das Europainstitut in Basel befindet, und das auch nur, weil sich dafür im Oberbaselbiet aber nun auch wirklich gar niemand erwärmen konnte, dann bleibt nur etwas zu hoffen:

Dass sich der Kanton Solothurn nie, aber bitte auch gar nie, in die Trägerschaft der Uni einbinden lässt. Denn dann geht das ganze Verteilen wieder aufs neue los …

Basel schreibt (VIII)

1. Oktober 2007

A propos Basel:

Kürzlich lockte mich der „Asian Food Express“ mit folgender Speisekarte:

Fisch
Pangasius Fried Noodles: Schwein an süss-saurer Sauce mit Sojasprossen Fr. 22
Pangasius Green Curry: Schwein an pikanter Soja-Austernsauce, Reis oder Nudeln Fr. 22
Crispy Fish Sweet & Sour: 5 Shweinefleischspiesse an Erdnusssauce mit Reis Fr 22
Crispy Fish Szechuan: 5 Shweinefleischspiesse an Erdnusssauce mit Reis Fr 22

Spontan musste ich da an eine nette Konversation in einem Restaurant inmitten der estnischen Pampa denken. Gast: „Do you have something without meat?“ Bedienung (wie aus der Pistole geschossen): „Yes, chicken!“

Basel schreibt (VII)

1. Oktober 2007

A propos Basel:

„Turbosaugkraft durch fühlbar softes 3D-Innenvlies.“

Ein Satz, wie ein Monument. Steht da einfach auf einer Windelpackung der Migros (Milette Premium, Maxi+). Und sollte meiner Meinung nach für den Grimme-Preis nominiert werden – mindestens!

Lassen wir uns die Bestandteile auf dem Trommelfell zergehen:

– Turbosaugkraft. Nun, da bringt der Texter gleich Schwung in die Sache, ohne dass er gleich sein ganzes Pulver verschiesst.

– fühlbar soft. Jetzt ist er in seinem Element. Weich ist die Windel also, und dann kann man das auch noch fühlen! Ganz im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten, die zwar weich sind – aber eben nicht fühlbar …

– 3D-Innenvlies. Ja, da kommen mir die Tränen. Selten wurde eine Worthülse so hemmungslos verwendet, da zeigt sich der grosse Künstler.

Gerne hätte ich allerdings noch das zweidimensionale Innenvlies gesehen. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Djokovic schlägt Federer

12. September 2007

A propos Basel:

Natürlich könnte hier die ungemein spannende Frage erörtert werden, ob unser aller Roger Federer nun Basler ist – oder Baselbieter. Nein, ganz ehrlich, deswegen rufen Menschen auf Zeitungen an; auch wenn ihr das jetzt nicht auf Anhieb glauben wollt.

Aber hier soll es um etwas ganz anderes gehen. Darum, dass der Roger eigentlich doch so ein richtiger Langweiler ist. Oder ist da jemand anderer Meinung? Natürlich, er hat Erfolg, soviel Erfolg, wie vor ihm noch kein Schweizer Sportler gehabt hat. Aber für welchen Preis? Er stapft da auf dem Platz herum, wie ein frigider Eisberg. Das mag Siege bringen – Emotionen werden damit nicht transportiert.

Und darum ist mein Sieger des US Open der Serbe Novak Djokovic. Der hatte seine Nerven nicht im Griff, warf seinen Schläger – und ist erst noch ein begnadeter Imitator.

Guckst du hier:

Basel schreibt (VI)

3. September 2007

A propos Basel:

Gestern im absolut hammermässigen Aktions-Angebot folgendes:

ripstomate

Andererseits: Wenn es beim Schlucken immer so unangenehm im Hals ripst, ist es auch kein Wunder, wenn diese Paradeiser so billig wie nur irgendwie möglich den Besitzer wechseln müssen.

Interaktive Suche nach der idealen Feriendestination

22. August 2007

A propos Basel:

Gestern konnte ich in einem harten aber fairen Abnützungskampf mit meinem Chef 10 Tage Urlaub im September aushandeln. Das möchte ich nutzen und heute eine nicht-repräsentative Umfrage der treuen ‚A propos Basel-Leser/innen‘ starten. Werter Razinger, Sie dürfen auch mit machen!!! Übrigens: Nicht, dass mir keine wunderbaren Reiseziele für 10 Tage im Spätsommer einfallen würden, aber manchmal ist es doch reizvoll eine Drittmeinung einzuholen und vom enormen Erfahrungsschatz der Community zu profitieren. Also:

Was ist Ihrer Meinung nach die ideale Reisedestination für Zwei im September? Haben Sie Links mit entsprechenden Hintergrundinformationen?

Ich bin sehr gespannt und danke schon einmal für den einen oder anderen Tip!

Und um das Ergebnis nicht zu verfälschen, möchte ich die vielen vielen Fans von A propos Basel, die unseren harmlosen Blog Tag für Tag mit Schlagworten wie „Geile Pornos“ oder auch „Reitlehrer Hewitt“ ergoogeln nicht unnötig bemühen, nachdem Sie vom Inhalt unseres Blogs vermutlich schon einigemale hart enttäuscht worden sind.

Bei dieser Gelegenheit frage ich mich übrigens, wie oft man klicken muss, bis man mit diesen Stichworten bei ‚A propos Basel‘ landet. Ich hab das mal getestet, den Versuch aber nach anderthalb Stunden erfolglos wieder abgebrochen…

Novembertag

21. August 2007

A propos Basel:

Jetzt, da die Tage kürzer werden und es definitiv Herbst zu werden beginnt, ist ja die Zeit, in der man besinnlich wird. Man zieht sich zurück in die heimische Stube, kocht Teewasser auf, zündet eine Kerze an, nimmt ein schönes Buch vor – und kann sich auch wieder mal um seinen Blog kümmern…

Stimmt doch, werter Herr Razinger!? Äh, Herr Razinger???

Ach so, nicht da… Ja gut, also, wo war ich stehen geblieben. Jedenfalls, ich weiss jetzt nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich dann mal so Zeit habe, weil es draussen, dann blättre ich auch ganz gerne mal im Wirtschaftsteil der Zeitung. Und da durfte ich in der jüngeren Zeit feststellen, dass ich in einer globalisierten Welt lebe. Da verhageln mir doch irgendwelche Amerikaner, die sich Häuser kaufen ohne Ende, obwohl sie sich das nicht leisten können, die Performance meines – zugegeben – bescheidenen Portefeuilles. Und zwar kräftig! Dabei bin ich gar nicht in Amerika investiert!? Und da frag ich mich: Was kann ich denn dafür, wenn sich irgendwelche Ami-Banker sagen: „Risikokontrolle? Komm, wird schon klappen, hauptsache, wir können heute hier noch einen auf grosser Reibach machen und so…“

Und ich weiss natürlich, dass diese Frage naiv ist. Grössere wirtschaftliche Zusammenhänge, alles eine Frage der Gesamtperspektive und so. Und weil das so ist, erfreue ich mich an folgendem Film. Weil ich denke, dass in diesem Film ein sehr gesunder und unverkrampfter Umgang mit dem Performancegedanken aufgezeigt wird, den ich im nächsten Gespräch mit meinem Chef gerne aufnehmen möchte:

Ps. Ich gebe zu, dass ich in Bezug auf das Wetter Käpt’n Tino und seinem Kulturfloss unrecht getan habe: Da waren dieses Jahr mindestens vier Tage dabei, in denen es über 20° war…

Sommerwetter

9. August 2007

A propos Basel:

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich überleg mir immer ganz genau, wann im Jahr denn so der beste Zeitpunkt für Ferien ist. Grundüberlegung: ‚Wenn es in Basel super schön, sonnig und warm ist, dann muss ich ja also wirklich nicht unbedingt mit all den anderen in die Ferien fahren…‘

In der Regel denke ich, wenn ich das denn so überlege, an unseren mitteleuropäischen Sommer und insbesondere die Zeit der hiesigen Sommerferien. Und ich hielt bisher eisern an dieser Grundüberlegung fest. Jetzt muss ich aber in den letzten Jahren vermehrt feststellen, dass solche Überlegungen etwas kurz greifen.

Deshalb mach ich das jetzt anders. Ich fahre ab jetzt immer in die Ferien, wenn Tino Krattiger sein Kulturfloss am Kleinbasler Rheinbord vertäut. Und zwar natürlich nicht des Lärmes wegen, werter Razinger. Sondern, weil es mit Ausnahme des Jahrhundersommers 2003 nach meiner statistisch absolut unerhärteten, subiektiven Einschätzung sehr regelmässig wie aus Kübeln zu schütten beginnt, sobald Käptn Tino mit dem Kulturfloss-Programm loslegt.

Das ging mir durch den Kopf, als ich heute morgen durch den Regen das Floss in einem bedrohlich angeschwollenem, reissenden, braunen Strom, umspült von allerlei Treibgut sah. Und ich denke mit dieser Faustregel, würde man ganz gut fahren…

Schade, denn eigentlich wäre das ja so ein Anlass, an dem man an lauen Sommerabenden durchaus eine Menge Spass haben könnte.

Wie mir die auf den Sack gehen!

7. August 2007

A propos Basel:

Es gibt in Basel eine Gasse am Rhein, von der jeder Basler und ganz sicher mindestens jede zweite Baslerin spätestens ab dem 16. Lebensjahr weiss, dass dort lecker Bier getrunken werden kann.

Es gibt dort Bars und Beizen, einen Stripschuppen und im Restaurant Sonne tritt sogar immer wieder diese Sorte von Alleinunterhaltern auf, die wohl nur noch auf dem Land und im Kleinbasel überleben können.

Ja, und dann gibt es dort noch die sogenannten „Anwohner“. Ich kenne übrigens einige von ihnen. Und diese möchte ich hier explizit von meinen nun folgenden Ausführungen ausnehmen. Denn soweit ich weiss, leben sie gerne, wo sie leben. Sie geniessen die Nähe zum Rhein und die zentrale Lage. Und irgendwie wussten sie bereits zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihre Wohnungen bezogen haben, dass die Rheingasse nicht der Waldrand von Lützelflüh ist.

Es gibt aber auch die andere Sorte von „Anwohnern“. UND DIE GEHEN MIR GANZ GRAUSAM AUF DEN SACK!!! Entschuldigung, dass ich hier mal laut schreien musste. Aber glauben die eigentlich, sie seien die einzigen Bewohner dieser Stadt?!? Ständig rennen sie zu den Medien, heulen rum: Hier ist die Musik zu laut und da fährt ein Auto rum, dass hier nicht fahren dürfte… Da muss jetzt aber sofort die Polizei einschreiten – und dort auch. Am besten sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Und die Polizei springt dann auch noch prompt und tut wie geheissen.

HALLO??? Ich wohne in einer sogenannten „Begegnungszone„. In der dürfte eigentlich nur mit 20 km/h gefahren werden. Hält sich irgendwer daran? Nein. Hat die Polizei jemals Geschwindigkeits-Kontrollen durchgeführt? Nein. RENNE ICH JETZT HEULEND RUM? Nein. Meine Güte, entweder wohnt man in einer Stadt, oder man lässt es bleiben.

Nein, ich bin nicht dafür, dass man mit dem Auto überall durchfahren darf, wo es verboten ist. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde. Aber wie es eine kleine poplige Minderheit immer wieder schafft, dass ihre Probleme zum Problem der gesamten Stadt „hochsterilisiert“ (Bruno Labbadia) wird, das ärgert mich gewaltig.

1:5, in Worten eins zu fünf

6. August 2007

A propos Basel:

Da verbringt man einmal völlig arglos ein verlängertes Wochenende in Hamburg – einer wunderbaren Stadt übrigens, aber dazu vielleicht später – kommt spät Abends ermattet von den vielen Eindrücken und dem vielen Herumlaufen zurück – und liest im Flughafenbus: „Basel unterliegt den Young Boys 1:5„. 1:5??? Man ist wieder hellwach und denkt zunächst: ‚Gut, die Jungs von der Post haben sich vertippt. Neue digitale Info-Technik in ihren Bussen und so… Kann ja mal vorkommen!‘, und gibt sich wieder der allgemeinen Müdigkeit hin.

Heute lese ich in der BaZ: Die hatten völlig recht.

Herr Razinger, was war denn da los??? An Herrn Marque, dem Mann ohne Rückendeckung, kann es diesmal ja schlecht gelegen sein…