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Djokovic schlägt Federer

12. September 2007

A propos Basel:

Natürlich könnte hier die ungemein spannende Frage erörtert werden, ob unser aller Roger Federer nun Basler ist – oder Baselbieter. Nein, ganz ehrlich, deswegen rufen Menschen auf Zeitungen an; auch wenn ihr das jetzt nicht auf Anhieb glauben wollt.

Aber hier soll es um etwas ganz anderes gehen. Darum, dass der Roger eigentlich doch so ein richtiger Langweiler ist. Oder ist da jemand anderer Meinung? Natürlich, er hat Erfolg, soviel Erfolg, wie vor ihm noch kein Schweizer Sportler gehabt hat. Aber für welchen Preis? Er stapft da auf dem Platz herum, wie ein frigider Eisberg. Das mag Siege bringen – Emotionen werden damit nicht transportiert.

Und darum ist mein Sieger des US Open der Serbe Novak Djokovic. Der hatte seine Nerven nicht im Griff, warf seinen Schläger – und ist erst noch ein begnadeter Imitator.

Guckst du hier:

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Basel schreibt (VI)

3. September 2007

A propos Basel:

Gestern im absolut hammermässigen Aktions-Angebot folgendes:

ripstomate

Andererseits: Wenn es beim Schlucken immer so unangenehm im Hals ripst, ist es auch kein Wunder, wenn diese Paradeiser so billig wie nur irgendwie möglich den Besitzer wechseln müssen.

Wie mir die auf den Sack gehen!

7. August 2007

A propos Basel:

Es gibt in Basel eine Gasse am Rhein, von der jeder Basler und ganz sicher mindestens jede zweite Baslerin spätestens ab dem 16. Lebensjahr weiss, dass dort lecker Bier getrunken werden kann.

Es gibt dort Bars und Beizen, einen Stripschuppen und im Restaurant Sonne tritt sogar immer wieder diese Sorte von Alleinunterhaltern auf, die wohl nur noch auf dem Land und im Kleinbasel überleben können.

Ja, und dann gibt es dort noch die sogenannten „Anwohner“. Ich kenne übrigens einige von ihnen. Und diese möchte ich hier explizit von meinen nun folgenden Ausführungen ausnehmen. Denn soweit ich weiss, leben sie gerne, wo sie leben. Sie geniessen die Nähe zum Rhein und die zentrale Lage. Und irgendwie wussten sie bereits zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihre Wohnungen bezogen haben, dass die Rheingasse nicht der Waldrand von Lützelflüh ist.

Es gibt aber auch die andere Sorte von „Anwohnern“. UND DIE GEHEN MIR GANZ GRAUSAM AUF DEN SACK!!! Entschuldigung, dass ich hier mal laut schreien musste. Aber glauben die eigentlich, sie seien die einzigen Bewohner dieser Stadt?!? Ständig rennen sie zu den Medien, heulen rum: Hier ist die Musik zu laut und da fährt ein Auto rum, dass hier nicht fahren dürfte… Da muss jetzt aber sofort die Polizei einschreiten – und dort auch. Am besten sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Und die Polizei springt dann auch noch prompt und tut wie geheissen.

HALLO??? Ich wohne in einer sogenannten „Begegnungszone„. In der dürfte eigentlich nur mit 20 km/h gefahren werden. Hält sich irgendwer daran? Nein. Hat die Polizei jemals Geschwindigkeits-Kontrollen durchgeführt? Nein. RENNE ICH JETZT HEULEND RUM? Nein. Meine Güte, entweder wohnt man in einer Stadt, oder man lässt es bleiben.

Nein, ich bin nicht dafür, dass man mit dem Auto überall durchfahren darf, wo es verboten ist. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde. Aber wie es eine kleine poplige Minderheit immer wieder schafft, dass ihre Probleme zum Problem der gesamten Stadt „hochsterilisiert“ (Bruno Labbadia) wird, das ärgert mich gewaltig.

Rückendeckung beim FC Basel

1. August 2007

A propos Basel:

Wie sieht das eigentlich genau aus, wenn ein örtlicher Fussballclub einem Spieler den Rücken stärken will?

Nehmen wir das Beispiel des Franzosen François Marque, der in dieser Saison das schwere Erbe Boris Smiljanics antreten soll, was ihm nicht wirklich von allen zugetraut wird. Auch nicht in der Mannschaft selber (aber das nur am Rande).

„Er hat mein Vertrauen, das ist das Wichtigste“, sagte Trainer Christian Gross vor der Saison. Und vielleicht hatte dieses Vertrauen auch damit zu tun, dass Marque wahlweise wie ein Schwergewichtsboxer nach der 24. Runde aussieht. Oder wie ein Fremdenlegionär, kurz vor der Rückeroberung Algeriens.

„Ich stehe hinter ihm, das ist das Wichtigste“, meinte Gross auch noch nach dem ersten Spiel gegen den FC Zürich, in dem Marque doch zwei gröbere Schnitzer hatte. Das Vertrauen war auch nach dem St.-Gallen-Match (3 grobe Fehler) da – und ganz sicher auch nach dem grandiosen 1:1 gegen Aarau (blindes Unverständnis mit Kollege Koji Nakata).

Und weil der FCB seinem Verteidiger so sehr vertraut, ist inzwischen bereits der zweite Testspieler im Training erschienen. Erst war da der Brasilianer Marcos Vinicius (manchmal nach Lust und Laune auch Marcus Vinicius genannt). Und seit dem Nationalfeiertag ist da auch der Serbe Goran Adamovic.

Ach ja, Handlungsbedarf auf der Position des Innenverteidigers hat der FCB vor der Saison keinen gesehen. Und die beiden Testspieler sind natürlich kein Misstrauensvotum des Clubs an Marque. Sie sind einfach etwas anderes. Was, weiss ich jetzt aber leider auch nicht so genau…

Basel spricht (IV)

25. Juli 2007

A propos Basel:

Ortstermin: 47°34′03″ Nord, 7°35′32″ Ost (Spielplatz Matthäuskirche, Kleinbasel):

„Dr Undertaker und dr ander chönne gar nid brüeder si. Dr Undertaker kunnt uss USA und dr ander uss Texas!“

Damit steht es nach dieser Fachsimpelei über Wrestling 1:1 zwischen Europa und den USA bei meinen Lieblings-Geographie-Erkenntnissen. Denn wie wurde ein Freund in den Staaten einmal so schön gefragt: „Europe, is that close to Spain?“

Razinger motzt (I.a)

17. Juli 2007

A propos Basel:

Der exklusive Kreis unserer regelmässigen Leser (und ich meine nicht jene, die nach „Prinz Harry“ oder „Pornografie“ fahnden) wird sich erinnern: Vor einiger Zeit habe ich eine nervende Anfrage bei der Swisscom gestartet.

Leider wurde meine eigentliche Frage nicht beantwortet, darum hat der Razinger extra für euch nachgehakt:

Sehr geehrte Swisscom

Vielen Dank für Ihre Antwort und dafür, dass Sie meinem Schreiben entnommen haben, dass ich von Ihrer Firma keine Werbung mehr erhalten möchte.

Leider haben Sie meinen „Ausführungen“ jedoch nicht entnommen, dass ich gerne wissen möchte, ob tatsächlich Monat für Monat Zehntausende zurück zur Swisscom wechseln, wie dies in der Werbung Ihrer Firma ausdrücklich geschrieben wird.

Ich harre Ihrer Antwort auf diese Frage und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Ihr Razinger

DIE ANTWORT:

Der Sachbearbeiter hat tatsächlich zurückgeschrieben, ohne sich anmerken zu lassen, ob er genervt ist oder nicht. Leider kann er mir aber nicht sagen, ob die Werbung den Tatsachen entspricht „da meine Aussagen rein spekulativ wären“. Er hofft, dass ich die Antwort akzeptiere und entlässt mich mit den Worten: „Ob Sie dem Geschriebenen Glauben schenken oder nicht, das liegt an Ihnen.“

Ja gut, da sag‘ ich einfach mal: Nein, das glaube ich nicht.

Razinger motzt (I)

9. Juli 2007

A propos Basel:

Wer (wie ich etwa) in einem Betrieb arbeitet, der davon abhängig ist, dass sein Produkt gekauft wird, der weiss eines mit Bestimmtheit: Es gibt nichts nervigeres als jenen Kunden, die sich mit dem Produkt tatsächlich auseinandersetzt. Denn dann kann es sein, dass er sich dazu versteigt, den Hersteller des Produkts mit Feedback zu belästigen.

Weil ich selbst fast täglich Anschauungsunterricht erhalte, habe ich mich entschlossen, nun selbst Firmen meine persönliche Meinung aufzudrängen, die sich dafür durch herausragende Verdienste qualifiziert haben. Dabei interessiert natürlich in erster Linie, wie die Firmen auf die mühsame Zusatzarbeit reagieren; ob sie also über eine gute PR-Abteilung verfügen – oder zumindest eine gute PR-Agentur in der Hinterhand haben.

Vielleicht kann sich der Herr Luxinger ja aus seiner eigenen Arbeit ein paar Tipps für die involvierten Firmen abringen.

Die Antworten werden von mir übrigens zusammengefasst, da es nicht zulässig ist, die Antworten 1:1 ins Netz zu stellen, wenn das der Firma nicht zuvor mitgeteilt worden ist.

Aber genug des Vorspanns.

Zum Beginn hat es mir die sympathische Firma Swisscom angetan, die mir in einer Werbezuschrift mitteilt, dass „Monat für Monat Zehntausende zurück zur Swisscom wechseln“. Und das wäre ja wirklich eine bemerkenswerte Zahl, so sie denn stimmen würde. Mir auf jeden Fall scheint sie ein bisschen hoch gegriffen. Aber fragen wir doch einfach die Swisscom selbst:

MEINE ANFRAGE:

Liebe Swisscom

Ich möchte mich recht herzlich dafür bedanken, dass ich alle zwei Monate von Ihrer Firma nicht nur eine Rechnung von etwas mehr als 50 Franken erhalte, die ich allein für die Tatsache, dass ich über einen Festnetzanschluss verfüge, bezahle, ja eigentlich bezahlen darf. Nein, Sie schicken mir mit der Rechnung auch immer und immer wieder Werbung, die mir die vielen Vorteile Ihrer Firma näherbringt, von denen ich eigentlich gar nichts wissen will.

Jetzt ist mir aber in Ihrer letzten Sendung eine Formulierung förmlich ins Auge gesprungen. „Monatlich wechseln Zehntausende zurück zur Swisscom“, schreiben Sie da.

Und jetzt mal ehrlich: In der Schweiz gab es laut eidgenössischer Volkszählung im Jahr 2000 3,12 Millionen Haushalte. Und von denen wechseln „zehntausende“ zurück zu Ihnen? Da haben Sie aber schon ein bisschen in die Vollen gegriffen, die Zahl ein wenig nach oben geschraubt, einfach nur ganz minim geflunkert, oder?

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Razinger

DIE ANTWORT:
Innerhalb eine Woche schreibt mir die Swisscom zurück und stellt fest, dass ich von ihr wohl in Zukunft keine Werbung mehr erhalten möchte. Deshalb will sie mir per Post ein Formular zustellen, auf dem ich bestätigen soll, dass ich tatsächlich keine Werbung mehr will. Warum das nicht auch online gehen soll, ist mir ein Rätsel.

Aber viel wichtiger: Meine eigentliche Frage wird nicht beantwortet. Sind es wirklich Zehntausende, die reumütig zurückkehren?

Da werden wir wohl nochmals nachfragen müssen.

Basel schreibt (V)

9. Juli 2007

A propos Basel:

Coop ist ja der allseits beliebte, kleine Detaillhändler aus Basel. Darum darf folgendes Zitat auch in dieser Rubrik erscheinen:

„100 % wilder Arabica-Kaffee aus Äthiopien
Dieser Kaffee aus 100 % wilden Arabica-Bohnen, zeichnet sich durch seinen charakteristischen Geschmack aus. Geerntet wird er von wild wachsenden Kaffeesträuchern im Bergregenwald von Bonga im Südwesten Äthiopiens.“

Und da hätte ich wirklich gerne das Bild bestellt: Kaffeesträucher, die sich selber abernten – das ist doch mal eine gentechnisch gelungene Variante.

Fuck, Lily

3. Juli 2007

A propos Basel:

Zehn Jahre ist es also schon her, seit Prinzessin Diana mitsamt Chauffeur und Liebhaber um einen Pfosten gewickelt wurde. Und wie hat damals jemand im deutschen Satiremagazin Titanic so schön geschrieben: „Als ich von ihrem Tod erfuhr, fühlte ich mich, als ob eine mir völlig unbekannte Jet-Set-Tussi gestorben wäre.“

Doch auch wenn meine Gefühle der „Princess of Hearts“ gegenüber praktisch identisch sind, stolperte ich am Wochenende beim zappen über dieses Riesenkonzert in Wembley – und blieb hängen, weil da gerade die von mir äusserst geschätzte Lily Allen über die Bühne, naja, stolperte, weil sie das mit den ganz hohen Absätzen halt doch nochmals üben sollte.

Was mich aber wirklich betrübt hat, war, dass sie sich ganz offensichtlich selbst zensuriert hat. „But you were fucking that girl next door, what ja do that for?“, singt sie zumindest auf meiner CD im Lied „Smile“. Auf ihrer Homepage hat sie es nun in „you were doing that girl“ umgewandelt. Und bei der Diana-Sausse hiess es plötzlich „loving“…

Fuck, Lily! Sollte das mit den Übertragungen in die USA zu tun haben? Oder war das falsch verstandene Pietät? Dabei war Diana selbst doch dem Beischlaf nicht besonders abgeneigt. Vor allem dem ausserehelichen ohne Verhütung – zumindest nicht mit dem Reitlehrer James Hewitt, dessen Ähnlichkeit mit Prinz Harry aber natürlich reiner Zufall ist…

100 Dollar für ewigen Ruhm

28. Juni 2007

A propos Basel:

Nachdem mein geschätzter Kollege Luxinger sich standhaft weigert, weiter auf irgendwelche Ausländergruppen einzuschlagen, sind (wie zu erwarten) die Besucherzahlen auf unserer liebevoll gehegten und gepflegten Seite eingebrochen.

Das muss aber nicht sein. Mit einem überschaubaren Einsatz von rund 100 Dollar kann man sich bei digg.com ganz schnell ganz viele Fans kaufen. Das hat eine Reporterin von wired.com bewiesen, indem sie einen völlig sinnlosen Blog mit Fotos zu Menschenansammlungen erstellt hat und die Firma User/Submitter beauftragte, diese populär zu machen.

Und das hat so einwandfrei funktioniert, dass man sich unwillkürlich die Frage stellt: Wieso eigentlich machen wir das nicht, lieber Luxinger? Mit 100 Dollar zum Helden des Web 2.0! Diese Investition dürfen wir nicht scheuen.

Und da wir schon dabei sind: Wenn wir dann so richtig populär sind, könnte sich da nicht die eine oder andere Kooperation mit der einen oder anderen Firma auftun?

Denk drüber nach, Luxinger. Ganz besonders gut geht das übrigens mit einem Sanddorn-Lutscher von Ricola.