Razinger motzt (I)

by

A propos Basel:

Wer (wie ich etwa) in einem Betrieb arbeitet, der davon abhängig ist, dass sein Produkt gekauft wird, der weiss eines mit Bestimmtheit: Es gibt nichts nervigeres als jenen Kunden, die sich mit dem Produkt tatsächlich auseinandersetzt. Denn dann kann es sein, dass er sich dazu versteigt, den Hersteller des Produkts mit Feedback zu belästigen.

Weil ich selbst fast täglich Anschauungsunterricht erhalte, habe ich mich entschlossen, nun selbst Firmen meine persönliche Meinung aufzudrängen, die sich dafür durch herausragende Verdienste qualifiziert haben. Dabei interessiert natürlich in erster Linie, wie die Firmen auf die mühsame Zusatzarbeit reagieren; ob sie also über eine gute PR-Abteilung verfügen – oder zumindest eine gute PR-Agentur in der Hinterhand haben.

Vielleicht kann sich der Herr Luxinger ja aus seiner eigenen Arbeit ein paar Tipps für die involvierten Firmen abringen.

Die Antworten werden von mir übrigens zusammengefasst, da es nicht zulässig ist, die Antworten 1:1 ins Netz zu stellen, wenn das der Firma nicht zuvor mitgeteilt worden ist.

Aber genug des Vorspanns.

Zum Beginn hat es mir die sympathische Firma Swisscom angetan, die mir in einer Werbezuschrift mitteilt, dass „Monat für Monat Zehntausende zurück zur Swisscom wechseln“. Und das wäre ja wirklich eine bemerkenswerte Zahl, so sie denn stimmen würde. Mir auf jeden Fall scheint sie ein bisschen hoch gegriffen. Aber fragen wir doch einfach die Swisscom selbst:

MEINE ANFRAGE:

Liebe Swisscom

Ich möchte mich recht herzlich dafür bedanken, dass ich alle zwei Monate von Ihrer Firma nicht nur eine Rechnung von etwas mehr als 50 Franken erhalte, die ich allein für die Tatsache, dass ich über einen Festnetzanschluss verfüge, bezahle, ja eigentlich bezahlen darf. Nein, Sie schicken mir mit der Rechnung auch immer und immer wieder Werbung, die mir die vielen Vorteile Ihrer Firma näherbringt, von denen ich eigentlich gar nichts wissen will.

Jetzt ist mir aber in Ihrer letzten Sendung eine Formulierung förmlich ins Auge gesprungen. „Monatlich wechseln Zehntausende zurück zur Swisscom“, schreiben Sie da.

Und jetzt mal ehrlich: In der Schweiz gab es laut eidgenössischer Volkszählung im Jahr 2000 3,12 Millionen Haushalte. Und von denen wechseln „zehntausende“ zurück zu Ihnen? Da haben Sie aber schon ein bisschen in die Vollen gegriffen, die Zahl ein wenig nach oben geschraubt, einfach nur ganz minim geflunkert, oder?

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Razinger

DIE ANTWORT:
Innerhalb eine Woche schreibt mir die Swisscom zurück und stellt fest, dass ich von ihr wohl in Zukunft keine Werbung mehr erhalten möchte. Deshalb will sie mir per Post ein Formular zustellen, auf dem ich bestätigen soll, dass ich tatsächlich keine Werbung mehr will. Warum das nicht auch online gehen soll, ist mir ein Rätsel.

Aber viel wichtiger: Meine eigentliche Frage wird nicht beantwortet. Sind es wirklich Zehntausende, die reumütig zurückkehren?

Da werden wir wohl nochmals nachfragen müssen.

Advertisements

3 Antworten to “Razinger motzt (I)”

  1. Luxinger Says:

    Lieber Herr Razinger,

    Herzlichen Dank für die Brief-Vorlage. Würden Sie mir erlauben Ihre Protestnote etwas abzuwandeln und auch für die Firma ‚Cablecom‘ zu verwenden? Ich bin nicht und war nie Cablecom-Kunde. Und wenn die mich weiter hartnäckig monatlich mit Werbepost zumüllen werde ich es auch garantiert nie sein.

    Ihr dankbarer,
    Luxinger

    Ps. ich würde die von Ihnen beschriebenen nötigen Dienstleistungen, um auf Kundenreaktionen wie Ihre seitens Swisscom und Konsorten zu reagieren, eher im Bereich des ‚Reklamemanagements‘ als bei der PR ansiedeln…

  2. Razinger Says:

    Lieber Herr Luxinger,

    ich bin in der Tat dabei, auch der Firma Cablecom zu schreiben. Falls Sie übrigens einen Kabel-TV-Anschluss besitzen, sind Sie auch Kunde der Cablecom, da diese das Basler Kabelnetz von der Balcab gepachtet hat.

    Zuletzt hat mir die Firma Cablecom auch telefonisch nachgestellt: „Guten Tag, Sie sind Kunde unserer Firma…“ „Ja, leider!“

  3. Razinger motzt (I.a) « A propos Basel… Says:

    […] oder “Pornografie” fahnden) wird sich erinnern: Vor einiger Zeit habe ich eine nervende Anfrage bei der Swisscom […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: