Juhu, wir werten auf!

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A propos Basel:

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Basel feiert seine Nordtangente, ein hübsches 3,2 Kilometer langes Strässchen, das pro Zentimeter die Kleinigkeit von 4843.75 Franken gekostet hat. Wem das ein wenig teuer erscheint, der bedenke, dass darin auch noch ein schöner Lüftungskamin inbegriffen ist, der sich leider nach Erstellung als völlig überflüssig erwiesen hat und nun als touristischer Anziehungspunkt das Horburgquartier aufwertet.

Und da sind wir auch schon beim Stichwort: Aufwerten! Was diese Nordtangente alles an Aufwertungen ermöglicht, ist kaum zu beschreiben. Das St. Johann wird neu zum absoluten Trendquartier, wenn auch Leute den Weg über den Voltaplatz finden, die im Spurenlesen nur durchschnittlich talentiert sind.

Denn längst hat das Baudepartement die schönsten Pläne für die Region um den Voltaplatz geschmiedet. Aufwerten, aufwerten, aufwerten, heisst die Devise. Regierunsräting Barbara Schneider verspricht das Blaue vom Himmel – und ihr gnadenloser Kantonsbaumeister Fritz Schumacher (Stichwort: Flaniermeile Clarastrasse, Klybeck-Boulevard, Güterstrasse-Boulevard) hat ganz sicher schon tolle Ideen.

Aber wie könnte der neue, trendige städtische Wohn- und Lebenstraum denn so aussehen? Blicken wir doch einfach über die Dreirosenbrücke, wo die Aufwertung nach dem Bau der Nordtangente bereits seit Jahren Tatsache ist. Schauen wir uns die super, duper aufgewertete Horburgstrasse mal genauer an:

Horburg

Na, da bekommt der Stadtplaner aber ganz feuchte Äuglein vor Freude. So schön kann eine vom Autoverkehr befreite Strasse sein. Wir sehen (von links nach rechts): Ein Trottoir (Beton), eine Reihe Parkplätze (Beton/mit Rabatten), eine Fahrspur für den Individualverkehr (Beton), eine Fahrspur für den öffentlichen Verkehr (Beton/Stahl), eine Fahrspur für den öffentlichen Verkehr (Beton/Stahl), eine Reihe Parkplätze (Beton), eine Fahrspur für den Individualverkehr (Beton), eine Reihe Parkplätze (Beton/mit Rabatten), ein Trottoir (Beton).

Das Wunderbarste aber ist: Nicht nur der Schwerverkehr scheint verschwunden, das Leben an und für sich findet nicht mehr in dieser Strasse statt.

Das ist aber noch nicht alles, womit die Horburgstrasse verschönert wurde, nein noch lange nicht. Es gibt da auch noch ein absolutes Highlight, ein Bijou, mein Lieblingsplatz in der Stadt. Womit könnte man der Bevölkerung im am dichtesten besiedelten Quartier Europas eine Freude machen? So lautete die Fragestellung. Und die Planer fanden die Lösung. Sie lautet: mit einem Kiesplatz!!!

Kiesplatz

Ja, da springt das Herz des Anwohners vor Freude. So viel südliches Flair hätte man Basel gar nicht zugetraut.

Da bleibt nur die Hoffnung, dass auf der anderen Seite des Rheins mit mindestens ebensoviel Liebe zum Detail ein neues Quartier gebaut wird, das wohlhabende Steuerzahler in Scharen anzieht.

Der Anfang ist längst gemacht…

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