„Herzblatt“ für Nierenkranke

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A propos Basel:

Es sind manchmal die kleinen Meldungen, die einen ins Grübeln bringen.

Gestern las ich in der Sonntagszeitung, dass am anderen Ende des Rheins eine neue Version von dem uns noch aus früheren Tagen bekannten Fernsehformat „Herzblatt“ entstehen soll. Natürlich heisst die Sendung nicht ‚Herzblatt‘, sondern die „Grosse Spendershow“ oder eben auf Holländisch „De Grossche Schpenderschow“…

Drei Nierenkranke sollen in dieser Fernsehshow um die Organspende einer todgeweihten Niederländerin wetteifern.

Ja wie soll ich mir das den vorstellen?

Die drei Kanditaten auf Barhockern auf der einen, die Nierenspenderin auf der anderen Seite der Trennwand? Der legitime Nachfolger von Rudi Carrell, stellt allen Beteiligten Fragen wie: „Und was mache‘ Schie berruflich…“? Und die Kandidatin versucht dann herauszufinden, wem Sie jetzt ihre Niere spenden soll: „Kandidat 1, was würdest Du tun um meine Niere nach Feierabend so richtig zu überraschen? … Kandidat 2???“ Und Susi fasst den ganzen Kasumpel am Schluss zusammen?

Und soll ich mir sowas überhaupt vorstellen.

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3 Antworten to “„Herzblatt“ für Nierenkranke”

  1. Mitch Says:

    Mir geht die Aktion ebenfalls gehörig gegen den Strich! Es gibt nun wirklich bessere Möglichkeiten, das Thema an die Öffentlichkeit zu tragen. Aber eine Spielshow rund um totkranke Patienten?! Das geht eindeutig zu weit!

  2. Mitch Says:

    Ich habe soeben Kerner’s Köche auf ZDF geschaut. Noch während des Abspanns dann folgende Meldung der Sendung ‚heute nacht‘: Die Nierenspender-Show des niederländischen Senders BNN war bloss eine geschickt inszenierte PR-Aktion. Die angebliche Nieren-Spenderin war eine Schauspielerin. Nur die drei Kranken waren echt.

    Die Show hatte in ganz Europa heftige Diskussionen über moralische Standards in den Medien ausgelöst und auch viele Blogger (auch meine Wenigkeit) machten ihrem Unmut Luft. Umso überraschender kam jetzt die Enthüllung der Aktion und ich muss zugeben: Ziel erreicht! Die Probleme der Organspende wurden ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Und auch die moralischen und ethischen Standards in den Medien wurden am Ende eingehalten.

  3. Luxinger Says:

    Ich frage mich gerade, ob ich die Sendung „moralisch und ethisch“ für weitaus wertvoller halten soll, weil die ‘potentielle Nierenspenderin’ nur eine Schauspielerin und nicht wie vorgegeben totkrank ist… A là: „Aprilapril – ich will gar keine Niere spenden…“
    War die Sendung also ein „fantastischer Trick“, wie das der niederländische Bildungsminister Ronald Plasterk empfindet?
    Aber ich gebe Dir recht: Das Thema ‘Organspende’ wurde sicherlich auf diese Art breitenwirksam lanciert. Eine Diskussion ist da. Heiligt der Zweck also doch die Mittel? Schwierigschwierig.

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