„The Last King of Scotland“

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A propos Basel:

Momentan ist hier der Film „The Last King of Scotland“ im Kino zu sehen.

Es geht dabei um eine erfundene Episode zwischen dem ugandischen Diktator Idi Amin und seinem schottischen Leibarzt.

Natürlich ist das eine zwiespältig Sache, von einem historischen Gesichtspunkt her, Pop-Filme über historische Personen und Ereignisse zu drehen. Denn selbstverständlich wird man der Komplexität der Thematik und dem unsäglichen Leiden in Uganda zwischen 1971 – 1979 nicht gerecht.

Der Film ist trotzdem absolut sehenswert, wenn man ihn von solchen Ansprüchen befreit:

1. Wird die Rolle Idi Amins von Oscar-Preisträger Forest Whitaker überzeugend verkörpert. Es lässt sich nachvollziehen, wie ein zwar unberechenbarer, aber grundsätzlich sympathischer Machtmensch mit der Zeit zum unberechenbaren „Schlächter von Afrika“ wird. Wie gesagt, inwiefern das mit der Realität zu tun hat, sei dahin gestellt. Aber diesen Anspruch hat man ja auch nicht, wenn man Shakespeares Königsdramen etc. ansieht, von dem her…

2. Ist auch nachvollziehbar, wie ein junger schottischer Arzt der Faszination dieser charismatischen Figur verfällt. Als die Indizien des grausamen Unrechtregimes auch für den Arzt, in seiner abgeschotteten Welt im Dunstkreis des Diktators, eindeutig zu werden beginnen, ist es bereits zu spät. Er kann sich nicht mehr aus der Verflechtung mit der Macht befreien. Und er bezahlt am Ende hart.

3. Die wichtigste Wirkung erzielt der Film aber, indem auf unbequeme Weise im Mainstream-Kino mit einer Realität in Afrika konfrontiert wird. Die zig Tausend Opfer der Epoche Idi Amins, waren nicht die letzten. Gestern war Ruanda oder Darfur, heute ist Tschad und vieles spricht dafür, dass morgen wieder Tausende von Menschen in Bürgerkriegen sterben, gefoltert und vertrieben werden.

Diese Namen sind für uns in der Regel nur Schlagworte, die wir in den Medien am Rande mitbekommen, wenn wir sie nicht ganz ausblenden. Und was dies wirklich für die Betroffenen bedeutet, das kann kein Film vermitteln. Das wenige, was „The Last King of Scotland“ aber vermittelt, genügt, um uns ratlos im Kino sitzen zu lassen.

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